Vampyr im Test

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Vampyr ist definitiv so ein Titel, auf dem ich die ganze Zeit sehr gespannt war. Zum einem weil sich das Studio hinter Life is Strange (Dontnod Entertainment) als verantwortlich zeichnet und weil ein echtes Vampir Spiel sehr rar ist. Ich stehe total auf Vampire und deren Geschichten dahinter. Was kann also schiefgehen, denn schließlich sind die Experten hinter Dontnod wahre Helden, wenn es um Storys geht.
Nachdem unser Exemplar eingetroffen ist, haben wir die Räume verdunkelt und losgezockt. Kann Vampyr überzeugen? Wie ist die Story und vor allem das Gameplay? Mehr dazu in meinem Test!

Vampyr – Endlich mal was Neues!

Eines muss man ja gleich deutlich loswerden: Vampyr sticht deutlich heraus aus der Menge! Denn im Grunde ist die Videospiellandschaft im Großen und Ganzen ein Einheitsbrei. Fifa, Call of Duty, Battlefield oder Assassins Creed ist doch im Grunde immer wieder das gleiche und sicherlich keine Überraschung – auch wenn ich natürlich die Spiele gut finde, bitte nicht falsch verstehen.
Aber wirklich große Ausnahmen an Ideen und Spielprinzipien kommen eben immer seltener. Das ist nämlich auch so ein Grund, warum ich mich tierisch auf Vampyr gefreut habe!
Dontnod ist immer offen für neues. Das haben die Damen und Herren schon Eindrucksvoll mit dem hervorragenden ersten Teil von Life is Strange bewiesen. Mit Vampyr gesellen lassen sie sich wieder einmal auf ein neues Experiment ein.

Die Story dahinter hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen. Ihr spielt Dr. Jonathan Reid und kümmert euch im ersten Weltkrieg um verletzte Soldaten. Zunächst meint es das Schicksal gut mit euch und ihr kehrt unversehrt nach London zurück. Als aber dann ein Vampir über euch herfällt ändert sich euer „Leben“ schlagartig und ihr seid verdammt dazu untot in London euer Unwesen zu treiben. Dabei ist das auch höchstgefährlich, denn Vampire werden gejagt und sollen ausgerottet werden.
Diese ganzen Story Elemente werden euch aber nicht linear erzählt. Viele Informationen und Details werdet ihr erst im Laufe des Spiels erfahren. Ihr werdet auch zu Beginn nicht wissen warum und vor allem von wem ihr gebissen wurdet. Wie geht die Geschichte weiter? Werdet ihr ein Blutrünstiger Vampir sein und euch rächen oder werdet ihr eine gute Gestalt werden? Das liegt komplett in eurem Ermessen…

Gameplay

Euch stehen während der Spielzeit vielfältige Mittel und Wege zur Verfügung, die ihr als Vampir nutzen könnt. Schließlich müsst ihr euch auch wehren können. Zunächst einmal könnt ihr sämtliche Gegenstände als Waffen nutzen (Sägen, Äxte, Sensen oder gar Schusswaffen).
Gerade zu Beginn dient das Spiel mehr oder weniger als ein umfangreiches Tutorial und zeigt euch sehr intensiv, was ihr für Wege und Mittel habt (außer Waffen), um euch effektiv verteidigen zu können.
Bis ihr aber mehr und mehr Fähigkeiten freischalten könnt, vergeht ein bisschen Zeit. Deshalb macht es schon auch Sinn, sich manchmal aus Kämpfen rauszuhalten. Aber ihr könnt euch natürlich auch anschleichen, Gegner betäuben und aussaugen oder eben töten.

Wichtig ist, dass ihr euch um eure Werte kümmert. Neben Ausdauer (benötigt für Angriffe mit Waffen) braucht ihr auch Blut. Klar – ein Vampir braucht es eben einfach! Das Blut benötigt ihr um euch heilen zu können oder um besondere Fähigkeiten einsetzen zu können. So könnt ihr beispielsweise magische Attacken einsetzen, die zum Teil wirklich heftig sind! Das macht schon richtig Spaß, das könnt ihr mir glauben.
Als Quelle für euer Blut dienen natürlich eure Opfer. Aber wenn ihr so wenig Schaden wie möglich anrichten wollt, dann könnt ihr auch Ratten beispielsweise nutzen um euren Blut-Haushalt wieder auffüllen zu können.

Die Nachteile eines Vampirs

Logischerweise hat ein Vampir auch so seine Probleme. Beispielsweise das Sonnenlicht. Auch in Vampyr solltet ihr das meiden und euch ab und an zurückziehen, denn das zieht euch ordentlich Energie ab!
Ein großer Minuspunkt aus meiner Sicht ist aber, dass es keinen wirklichen Tag-Nacht-Zyklus gibt. Denn das würde das Spiel zwar nicht einfacher machen, aber auf jeden Fall interessanter. Da müsste man sich eben zu bestimmten Zeiten zurückziehen oder eben etwas einfallen lassen. So wird das quasi vom Game so generiert wie man es das gerade will.
Als Meister der Dunkelheit könnt ihr natürlich noch viel mehr als nur „Zaubern“ und aussaugen. Im Laufe des Spiels werdet ihr auch wahre Meister was Alchemie und Herstellung betrifft. Ihr findet immer wieder neue Rohstoffe und neues Material aus denen ihr beispielsweise eure Waffen verbessern könnt. Aber auch neue Tränke könnt ihr herstellen, die sogar dringend erforderlich sind. Das macht Vampyr doch ziemlich vielseitig und spaßig.

Technik

Dontnod schafft es mit Vampyr einige Zeichen zu setzen. Habt ihr nämlich das Tutorial hinter euch gelassen, dürft ihr euch auf sehr viele individuelle Charaktere in London freuen. Wirklich jeder dieser NPCs hat eine eigene Meinung und wird sich auch dementsprechend verhalten.
Genau das wollte ich sehen. Es ist darüber hinaus auch sehr interessant zu sehen was passiert, wenn man mal in den Multiple Choice Antworten eine andere Antwort auswählt. So lädt das Spiel durchaus zu einem erneuten Durchspielen ein – gerade wenn man einmal als Böser und einmal als „Guter“ spielt.
Grafisch setzt Dontnod leider nicht gerade neue Maßstäbe, dafür passt es aber wiederrum Soundtechnisch. Ich denke eben, wenn alles andere stimmt, dann ist die Grafik meistens wirklich egal. Dennoch wirkt Vampyr schon sehr stark veraltet, da wäre bestimmt mehr drinnen gewesen.
Eine Sache hat mir besonders gut gefallen und das war die Atmosphäre des Spiels. Das düstere Gefühl von Tod und Verdammnis kommt bei mir wirklich gut an und sorgt für eine ganz besondere emotionale Stimmung während des Spielens!

Fazit

Vampyr ist ein sehr besonderes Spiel, denn es vermittelt ein ganz eigenartiges Gefühl während des Spielens – und das meine ich definitiv positiv!
Zudem ist das Setting samt Gameplay unverbraucht! Es ist höchst interessant als Vampir durch London zu ziehen und die möglichen Konsequenzen der Handlungen am eigenen Leib spüren zu können. Dontnod hat sich wieder einmal getraut etwas neues auszuprobieren und konnte wieder damit punkten. Dieses Spiel sollte man wirklich gespielt haben. Der frische Wind tut einfach gut, wenn auch sonst alles immer das gleiche ist! Gute Arbeit Dontnod!

Zocken ist meine Leidenschaft. Besonders Games mit Atmosphäre, toller Story und einem wunderbaren Sound ziehen mich immer wieder in den Bann. Meine Lieblingsgenres sind: Rollenspiele, Shooter und Strategie und Action.

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