Theseus im Test

PS VR Reviews

Wir durften Reply Forges VR-Action-Adventure Theseus auf unserer PlayStation VR testen und im Schatten des gigantischen Minotaurus wandeln. Dabei wurde schnell klar, dass man sich doch sehr von der ursprünglichen, auf der griechischen Mythologie fußenden, Ezählung entfernte. Dadurch wurde ein Spiel erschaffen, das atmosphärisch an Dark Souls und spielerisch an God of War erinnert. Ob man die gleiche Qualität erreicht wie die großen Vorbilder, soll unser Test klären.

Third Person in VR

Wa ales erstes auffällt, ist dass Theseus Geschichte aus einer für das Medium der Virtual Reality-Spiele eher untypische Third Person-Perspektive erzählt wird. Man sieht dem Charakter hier meist über die Schulter. Oder betrachtet ihn von einer unbestimmbaren Perspektive etwas unterhalb der Decke, mittig aus einer unsichtbaren Wand heraus und so weiter. Klar ist, zumindest auf die Ego Perspektive wird verzichtet.

Das versetzt einen in die Position eines außen stehenden Beobachters, der den titelgebenden Helden ähnlich wie Kratos in God of War durch verfallene Ruinen steuert. Denn nach einem durchaus blutigen Einstieg erwacht Theseus in besagten verfallenen Kulturstätten. Ohne Erinnerung woher er kommt, erkundet er das Gebiet und entdeckt schnell die Seele Ariadnes, die losgelöst von ihrem Körper durch die Hallen irrt. Sie bittet um Hilfe: In der Mitte des Labyrinths wartet sie, gefangen und gequält. Wenn wir sie befreien, wird sie uns helfen nach Hause zu kommen – Wo auch immer das sein mag.

Die Story ist durchaus spannend und gut erzählt. Eher nebenher hört man Ariadnes säuselnde Stimme im Dunkeln, die einem Tipps gibt oder Details zum Zustand der Hintergrundgeschichte der Spielwelt gibt – sehr zum Vorteil der Atmosphäre: Diese ist nämlich durchgängig auf einem hohen Niveau.

Theseus Gameplay 01
Klettern, Schleichen, Kämpfen

Dabei folgt man spielerisch leider meist linearen Pfaden, die immer strikt von a nach b führen. Abseits der Wege gibt es nichts zu entdecken und selbst die optionalen “Collectables” liegen buchstäblich am Wegesrand. Das wirkt sich dann leider nicht nur auf die Spielzeit aus (nach knapp zwei Stunden sieht man den Abspann über den Bildschirm flimmern), sondern auch auf das Gameplay. So läuft man mit Theseus den Weg entlang, klettert an vorgegebenen Stellen und löst kleiner Schalteraufgaben. Auch hier ist das große Vorbild God of Wars erkennbar, allerdings doch in einer abgespeckten Variante, die weniger Wert auf Kämpfe legt.

Der riesige und beeindruckend dargestellte Minotaurus beispielsweise kann nicht bekämpft werden. Um Begegnungen mit ihm zu überleben, müssen sich Spieler an ihm vorbeischleichen. Das sieht nicht nur sehr gut aus, sondern lässt einen auch den Atem anhalten. Der schiere Größenunterschied kommt in VR einfach sehr gut rüber. Leider sind diese Stellen auch sehr an Trial & Error gebunden. Ist man auch nur eine halbe Sekunde zu langsam, tötet einen der Minotauraus und man wird an einen Rücksetzpunkt teleportiert. Diese sind zum Glück aber fair verteilt.

Allerdings gibt es auch durchaus Kämpfe. Dabei verteidigt man sich gegen die Brut des Minotauren, die in Form von gigantischen Spinnen dargestellt werden. Arachnophobier sollten das auf jeden Fall berückichtigen, mich hat die erste Begegnung eiskalt erwischt. Während ich mit einer Fackel ausgerüstet durch einen dunklen Tunnel schlich, hörte ich die Bewegungen von oberhalb kommend. Ein vorsichtiger Blick entbößte die Riesenspinne, die sich langsam von der Decke abließ und dann in einer Nische verschwand. Darauf brauchte ich erst einmal eine Verschnaufpause.

Theseus Gameplay 03

Ansonsten laufen die Gegnerbegegnungen simpel ab. Man schlägt auf die Spinnen, weicht auch mal aus und wiederholt das Spiel. Komplexe Movesets oder Spezialattacken sucht man vergebens. Aber darauf legt Theseus ohnehin nicht den Fokus. Dieser liegt eindeutig auf der Erzählung und Atmosphäre des Titels.

Zu Sound & Technik

Die düsteren Kulissen, der Protagonist und vorallem der Minotaurus sind beeindruckende grafische Gestalten, die vom ersten Kontakt an ein Staunen auslösen. Gerade in der Nahaufnahme sind die Texturen toll und die Animationen äußerst gelungen. Leider merkt man auch die Limitierungen der PlayStation 4. Das Kantenflimmern kann mitunter extrem stören und Details verschwimmen auf die Distanz zu einem Brei. Das soll auf der PS4 Pro zwar besser, aber nicht komplett verschwunden sein. Schade.

Dafür überzeugt der Soundtrack zu hundert Prozent. Die Umgebungsgeräusche, die leisen Klänge und Effekte sich nähernder Schritte. Das alles ist ist sehr gut umgesetzt und überzeugt vorallem mit aufgesetzen Kopfhörern.

Theseus Gameplay 02

Fazit

Trotz seiner kurzen Spielzeit und den technischen Defiziten ist Theseus ein sehr schöner kleiner Titel, der mit einer nahezu perfekten Atmosphäre glänzt. Spielerisch entwickelt sich die intensive Erfahrung nur wenig weiter, aber das fällt kaum ins Gewicht, denn bis zum Ende hat man eine tolle Erfahrung, die zeigt, dass auch die Third Person in VR hervorragend funktionieren kann. Für knapp 20 € macht man nicht viel falsch, man sollte aber keinen allzu komplexen VR-Titel erwarten.

Zocken ist meine Leidenschaft. Besonders Games mit Atmosphäre, toller Story und einem wunderbaren Sound ziehen mich immer wieder in den Bann. Meine Lieblingsgenres sind: Rollenspiele, Shooter und Strategie und Action.

8 Comments

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  3. Eines der besten VR-Spiele, die ich je gespielt habe! Es ist sehr beeindruckend in Szene gesetzt. “Forge Replay” haben tolle Arbeit abgeliefert!

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  5. @graf – hast das eine Platin Trophäe?

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    • Nein, keine Platin-Trophäe. Lohnt sich trotzdem 😉

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