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The Dark Pictures – Man of Medan Review

Reviews / Tests Horror PS4 Xbox One
8.2

Sehr gut

Mit Until Dawn konnte sich Supermassive Games einen sehr guten Namen machen, wenn es darum geht, richtig gute aber auch trashige Horror Geschichten zu erzählen. Die Entwickler bleiben ihrer Linie treu und veröffentlichten letzte Woche The Dark Pictures Anthology: Man of Medan für die PS4 und Xbox One. Interessant dabei ist, dass jedes Jahr eine weitere Episode aus dieser Reihe erscheinen soll. Jede ist für sich losgelöst und widmet sich einem anderen Thema. Dieses Mal allerdings durften wir uns auf ein Geisterschiff freuen. Wir haben uns die Geschichte genauer angesehen und verraten euch im Test möglichst ohne Spoiler, wie gut das Werk geworden ist.

Grusel Kurzgeschichte

The Dark Pictures Anthology: Man of Medan umfasst eine ca. fünf stündige Horrorgeschichte. Wer sich auf eine große Erzählung wie in Until Dawn gefreut hatte wird zunächst enttäuscht. Zwar geht Man of Medan etwa den gleichen Weg, allerdings gibt es von davon nur „ein bisschen“ von dem, was Until Dawn war. Sprich im kleineren Maßstab.
Ihr begleitet Jugendliche zu einem einsamen Bootausflug und werdet Opfer von Piraten und „Soldaten“ eines Geisterschiffes. Ihr wechselt dabei stets die Kontrolle zwischen den jungen Menschen. Jeder hat im Grunde eine typische Eigenschaft, die wohl perfekt für eine Horror Geschichte gemacht ist: Ein Nerd, einen Draufgänger, eine zickige Bootsführerin, eine typische Blondine und ihren Sunnyboy.
Nachdem sie jungen Leute die Bootstour mit etwas Bier betanken wollten wurden sie auch schon entführt. Kurze Zeit später werden sie auf ein Geisterschiff gebracht, das wie verflucht scheint. Tod und Verderben prägen die verlassenen Räume und es paranormale Aktivitäten stehen da wohl zur Tagesordnung. Zugeben: Das Setting eines verlassenen Schiffes ist wirklich Klasse und bis Dato in Spielen wirklich unverbraucht!

Wie auch schon bei Until Dawn wird Man of Medan durch eure Entscheidungen geprägt. Je nachdem für welche Antworten ihr euch entscheidet, umso mehr kann sich der Verlauf der Geschichte ändern. Die Auswirkungen sind hier deutlich höher als beispielsweise bei den Telltale Games. Alleine aus diesem Grund lohnt es sich schon, Man of Medan für PS4 und Xbox One mehrmals durchzuspielen.
Ein kleines Beispiel können wir euch geben. Wer allerdings gar nicht gespoilert werden möchte, der sollte AB JETZT nicht weiterleisen und erst ab dem nächsten Absatz weitermachen. Sehr früh im Spiel habt ihr schon eine interessante Wahl in der Story. Während ihr von den Piraten angegriffen und bedroht werdet liegt es an euch, wie ihr weiter vorgeht. Ergebt ihr euch direkt? Schickt ihr euren Freund los um ein Rettungsboot zu organisieren? Überwältigt ihr die Piraten direkt? Verratet ihr euren Kumpel? Es kann also an dieser Stelle schon jemand sterben, sodass die Jugendlichen ohne ihm weitermachen müssen.

Aber auch harmlose Entscheidungen können im späteren Spielverlauf interessante Wendungen nach sich ziehen. Rettet ihr lieber immer selbst eure Haut, oder helft ihr auch den anderen. Im Menü sind dazu auch unterschiedliche Werte des jeweiligen Charakters ersichtlich. Diese werden von euren Entscheidungen geprägt und bestimmen damit auch, wie die Freunde untereinander agieren.
Wie schon erwähnt werdet ihr Man of Medan bestimmt in fünf Stunden das erste Mal durchgespielt haben. Das ist aber auch ganz gut so. Denn gerade weil es so kurz ist und die Entscheidungen so viel Konsequenz haben waren wir motiviert, das Game mehrmals durchzuspielen. Die Hemmschwelle sinkt und ihr werdet euch bestimmt auch Mal für Entscheidungen hinreißen lassen, die ihr sonst vielleicht nie gemacht hättet.

Das finden wir etwas Schade

Bei einem Spiel das überwiegend aus Story Handlungen besteht, können wir nicht allzu viel darüberschreiben. Dennoch möchten wir die Geschichte ein wenig kritisieren. Während Until Dawn gleich mehrere krasse Wendungen im Spiel hatte, vermissen wir diese hier. Zu Beginn hin geht alles viel zu langsam, wir irrten viel zu lange in dem „verlassenen“ Schiff umher und dann geht alles auf einmal sehr schnell – viel zu schnell. Hier hätte Supermassive Games die Einteilung des Höhepunkts ein bisschen weiter nach vorne setzen sollen.
Auch die Steuerung ist manchmal etwas nervig. Hier und da blieben wir in Gängen stecken oder die Kamera war in einem doofen Winkel eingestellt.

Technik und Koop

Supermassive Games hat wie gewohnt bei der Technik wieder ordentlich Gas gegeben. Sowohl grafisch als auch Musikalisch ist alles auf dem höchsten Niveau. Die Atmosphäre im Spiel ist super und sorgt auch wieder für Schockmomente und Gänsehaut! Das haben die Damen und Herren einfach drauf! Spielerisch gibt es bis auf die Auswahl der Dialoge, Quick-Time-Events und Sammelbares kaum etwas zu tun. Dies ist aber nicht schlimm – es ist eben wie bei Until Dawn auch!
Besonders interessant fanden wir übrigens den Koop Modus (Online). Hier wird das Spiel gleichzeitig gezockt, aber jeder spielt andere Charaktere. Es kann also auch mal vorkommen, dass ihr dann euren Kumpel begegnet und auch mit ihm Dialoge führen müsst. Auch hier formt ihr anhand eurer Entscheidungen die Story. Es ist sogar ratsam, dass ihr erst im Koop mit einem Kumpel und dann die Geschichte alleine spielt. Denn da entfaltet sich eine wahnsinnige gemeinsame Spannung. Und diese ist logischerweise am höchsten, wenn beide noch gar nichts von Man of Medan wissen.
Es ist übrigens auch möglich, dass ihr bei einem gemütlichen Couch Koop mit bis zu fünf Spieler die Story erleben könnt. Dabei wird bei jedem Charakterwechsel das Gamepad einfach weitergereicht. Ist jetzt nichts besonders, wer aber gerne mit mehreren Leuten Man of Medan genießen möchte, für den könnte das ganz interessant sein.

Good

  • tolle Gruselgeschichte - auch wenn sie am Ende zu schnell geht
  • Grafik TOP
  • Koop Modus klasse!
  • hoher Wiederspielwert

Bad

  • Überhastetes Ende
  • Steuerung der Protagonisten manchmal umständlich

Summary

Man of Medan erzählt eine gute Grusel-Geschichte und bedient sich dabei an einem unverbrauchten Setting (Geisterschiff). Supermassive Games ist dafür bekannt, hochwertige und gute Story-Games zu kreieren und auch dieses Mal haben die Entwickler wieder eine sehr gute Arbeit gemacht. Dass das erstmalige Durchspielen nur fünf Stunden dauert ist in Anbetracht des hohen Wiederspielwertes völlig okay. Allerdings störte uns in Man of Medan die Erzählweise ein bisschen. Erst lässt sich die Geschichte sehr viel Zeit und an Ende hin geht dann alles viel zu schnell. Koop-Freunde dürfen sehr gerne zugreifen, denn gemeinsam entwickelt sich Man of Medan zu einer Spannungskanone! Unterm Strich ist das Spiel aber sehr gelungen und empfehlenswert!
8.2

Sehr gut

Gameplay & Steuerung - 7.8
Grafik - 8.5
Sound - 8.5
Story & Inszenierung - 8.1
Spielspaß - 7.9