Star Ocean: The Last Hope im Test

PS4 Reviews

Bereits 2009 erschien mit Star Ocean: The Last Hope der vierte Ableger der erfolgreichen JRPG-Reihe aus den Häusern tri-Ace und Square Enix. Es war ein wichtiger Titel der damaligen Zeit, nämlich einer, der allen bisherigen Traditionen zum Trotz nicht ausschließlich für die PlayStation-Familie veröffentlicht wurde, sondern seine Premiere gar für die Xbox feierte. “Fast Forward” in die Gegenwart: Square veröffentlicht eine überarbeitete Fassung des Rollenspieltitels, das exklusiv für die PlayStation 4 erscheint. Ob sich sonst noch etwas geändert hat, soll der folgende Test klären.

Zur Rettung der Menschheit

Inhaltlich wie spielerisch bleibt sich Star Ocean: The Last Hope natürlich treu, was aufgrund der 4K-Remaster-Natur des Ganzen zu erwarten war. Man schlüpft in die Rolle des Edge Maverick, dessen Aufgabe es ist, einen neuen Heimatort für die Menschheit zu finden. Diese hat sich nämlich im Zuge eines Dritten Weltkriegs den eigenen Planeten unbewohnbar gebombt, was die Dringlichkeit der Mission erklärt. Es ist die erste große Reise der Menschen und gleichzeitig die Bewährungsprobe für unseren Helden, der eigentlich noch zu grün hinter den Ohren ist, aber immerhin motiviert an die Sache herangeht. Begleitet wird er von Kindheitsfreunden und neuen Bekannten, allesamt interessant gestaltete Charaktere und Figuren, die einem im Laufe der knapp vierzigstündigen Kampagnenspielzeit durchaus ans Herz wachsen werden.

An Bord der Calnus gilt es nun verschiedene Planeten zu bereisen und diese auf Umweltbedingungen, Flora und Fauna zu testen. Welcher eignet sich am ehesten für eine Kolonialisierung, beziehungsweise gibt es irgendwo Probleme, mit denen man rechnen muss? Die Geschichte wird interessant und spannend erzählt und gerade die unterschiedlichen Handlungsorte und die dort vertretenen Figuren wissen zu begeistern. Da stört es auch kaum, dass man sich auf einige Längen einstellen muss, die den Spielfluss ausbremsen.

In Echtzeit gegen den Zufall

Die Kämpfe finden immer in einer separaten Arena statt, Zufallskämpfe muss man aber dennoch nicht fürchten. Denn die Gegner laufen immer sichtbar auf der Weltkarte herum und können umgangen oder eben angegriffen werden. Befindet man sich im Kampf, laufen die Gefechte in Echtzeit ab, wobei man immer die Kontrolle über einen Helden behält, während der Rest der bis zu vier Mitgliedern umfassenden Party von einer durchaus soliden KI gesteuert wird.

Taktik ist dennoch nur dann gefragt, möchte man bestimmte Bonus-Herausforderungen schaffen. Ansonsten reicht es, Knöpchen zu drücken, aufgeladene Spezial-Attacken oder besonders coole Angriffsketten dem Gegner um die Ohren zu schlagen. Die Konfrontationen spielen sich ungemein direkt und sind elegant bis brachial inszeniert. Da gibt es also kaum etwas zu meckern, außer dass sie im weiteren Spielverlauf etwas zu leicht werden können, je nachdem wie viele Nebenaufgaben man bewältigt und im Level aufsteigt. Die damit erspielten Skillpunkte werden übrigens automatisch verteilt, also allzu viele Gedanken über Klassen, Spezialisierungen und so weiter, muss man sich also nicht machen. Stattdessen hat jedes Mitglied eine Rolle zugewiesen, in der es weiter wächst und mächtiger wird.

Von Beziehungen und Crafting

Im Verlauf der Handlung lassen sich auch zahlreiche optionale Gespräche mit den Crew-Mitgliedern führen, die wiederum für den Beziehungsstatus zuständig sind. Versteht man sich besonders gut, mündet das in speziellen Zwischensequenzen oder kann sogar Auswirkungen auf das Ende haben. Wer hier viel Zeit investiert, wird auch besonders belohnt werden.

Das gleiche gilt auch für die Crafting-Mechaniken, die ebenfalls weitesgehend optional sind. Hier stellt man Teams zusammen, die sich Blaupausen für neue Gegenstände ausdenken. Je besser deren Fähigkeit hierfür, desto besser das Ergebnis. Passende Ressourcen sammelt man in Nebenquests (die leider selten über simple Hol- und Bringaufgaben hinausgehen) und Dungeons, beziehungsweise ganz allgemein, indem man Gegner verprügelt. Leider hat man auf das Crafting-System selbst immer nur dann Zugriff, wenn man an Bord des Raumschiffs ist. Da es keine Schnellreise gibt, kann sich das schon mal als äußerst nervig herausstellen, mindestens aber zäh und nach künstlicher Streckung schmeckend. Schade.

Ein paar Worte zur Technik

Okay, es mag auf dem Papier nicht nach viel klingen, aber tatsächlich liegt mit Star Ocean: The Last Hope ein toll remasterter, aber immerhin acht Jahre alter Titel vor, der auf der PlayStation 4 Pro gar in 4K-Auflösung glänzt. Dabei wurde er außerdentlich gut an die heutige Konsolengeneration angepasst. Die Texturen wirken schärfer und knackiger denn je, die Lichteffekte überzeugen noch immer und selbst die Figuren sehen nun weniger nach Fremdkörper aus, als es damals noch der Fall war. Außerdem wurde die Sichtweite erhöht, was gerade dann hilfreich ist, wenn man Gegner umgehen möchte. Hier wurde also ganze Arbeit geleistet, obwohl man dem Rollenspiel durchaus noch das Alter anzusehen vermag.

Besonders überzeugen können allerdings die zahlreichen Optionen, die man sonst nur auf dem PC findet. Weichzeichner können aktiviert werden, die Auflösung darf gewählt werden und auch Kantenglättung und so weiter können per Hand deaktiviert werden. So viel Spielraum wünscht man sich bei einem Remaster, Square Enix machen es erstmals möglich. Gerne mehr davon in Zukunft.

Fazit zu Star Ocean: The Last Hope

Nachdem ich anfangs davon ausgegangen war, dass es sich bei Star Ocean: The Last Hope um einen ehemaligen PlayStation 2-Titel handelte, wurde ich schnell eines besseren belehrt. Die Technik schreit gerade PS3 und das sind gutaussehende Wurzeln, die man gar nicht leugnen muss. Dennoch wurde viel Mühe in das Remaster gesteckt, was sich in tollen Bildern und auch heute noch hübschen Grafiken bemerkbar macht. Die Story ist toll erzählt, auch wenn einige Längen ihren Weg hineingeschafft haben. Gleiches gilt für unnötig lange Laufwege und ausufernde Zwischensequenzen. Dafür wissen die Echtzeitkämpfe zu gefallen und sind dank der direkten Steuerung und der tollen Gestaltung die sprichwörtliche Sahnehaube auf diesem technisch ohnehin sehr gelungenen 4K-Rollenspielremasterbecher.

Zocken ist meine Leidenschaft. Besonders Games mit Atmosphäre, toller Story und einem wunderbaren Sound ziehen mich immer wieder in den Bann. Meine Lieblingsgenres sind: Rollenspiele, Shooter und Strategie und Action.

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