Secret of Mana im Test

PS Vita PS4 Reviews

Ich kann mich noch sehr gut an dem Moment erinnern, als Secret of Mana als Remake für die PS4 angekündigt wurde. Ich saß mit meinem Kollegen Markus im Bus und wir waren auf der Heimreise von der Gamescom.
Der Moment als ich das erfahren habe war für mich als hätte ich in Lotto ein paar Millionen Euro gewonnen! Jeder der mich kennt und mit mir zockt weiß ganz genau, dass Secret of Mana seit der Super Nintendo Ära mein absolutes Lieblingsspiel ist! Ich habe immer zu meinen Kollegen gesagt: „Ich hoffe, dass ein Nachfolger mal für die PS4 kommt oder dass man zumindest das gute alte Secret of Mana nochmal neu auflegt. Wenn ich da die Platin Trophäe machen könnte eines Tages, dann ist einer meiner Zocker Träume in Erfüllung gegangen“. Nun, knapp ein halbes Jahr später ist es soweit: Secret of Mana ist für die PS4 und die PS Vita erhältlich. Ich möchte euch meine persönliche Meinung zum Spiel sagen. Es bedeutet mir nämlich sehr viel, hier einige Worte loszuwerden!

Secret of Mana – Das Beste Rollenspiel überhaupt?

Secret of Mana wird in der heutigen Zeit wohl für viele neue Generationen keine wirklich große Bedeutung haben. Das liegt natürlich auch daran, dass der Klassiker nur unter uns alten Hasen bekannt ist. Das Spiel erschien in den 90er für den Super Nintendo und wurde später auch auf das Iphone / Ipad portiert. Über 20 Jahre später erscheint das nostalgische Abenteuer nun für die PS4.
Ihr schlüpft in die Rolle des jungen Mana Helden „Randy“ und müsst gemeinsam mit zwei weiteren Freunden die Welt unsicher machen und so manche bösen Überraschungen erleben. Als Randy das Mana-Schwert entdeckt und aus dem Stein zieht erscheinen sämtliche Monster wieder auf der Welt. Böse Gestalten versuchen zudem mit Hilfe des Manas die Welt komplett zu zerstören. Die Story klingt dabei natürlich sehr typisch und tatsächlich auch ein bisschen unspektakulär. Allerdings lernt ihr im Spiel zahlreich neue Charaktere kennen, die die Erzählung zusätzlich mit Charme und Liebe vorantreiben!
Im Laufe des Spiels bekommt ihr neben dem Schwert noch viele weitere Waffen: Pfeil und Bogen, Bummerang, Lanze, Peitsche, Speer und Axt. Das Kampfsystem ist dabei aus meiner Sicht immer noch unerreicht, auch wenn sich diverse andere Spielemagazine wie beispielsweise 4Players darüber auskotzen. Dazu aber später mehr.
Die Waffen benutzt ihr in Echtzeit. Durch knopfdruckt benutzt ihr sie und solltet immer einen kurzen Moment warten, bis ihr diese wieder benutzt. Denn unter eurem ausgewählten Helden ist eine Ausdauer Leiste, die sich nach jeder Attacke wieder auf 100% auflädt. Dadurch wird verhindert, dass ihr die Gegner direkt wieder angreifen könnt. Das war damals wegweisend und ich finde das System auch heute immer noch grandios! Während die Ausdauer sich regeneriert muss man eben Abstand von den Monstern halten, da man sonst getroffen wird.
Zusätzlich zu den Waffen können die beiden „Damen“ Elementar Zauber wirken, die ihr nach und nach bekommt. Gegner in der Eislandschaft sind beispielsweise auf Feuerattacken empfindlich. Bei der Magie gibt es einerseits Angriffe, aber auch Zauber die euch Schützen bzw. Heilen. Allerdings werden gerade die meisten Defensiv Zauber aus meiner Sicht überhaupt nicht gebraucht. Das war damals schon so und ist heute nicht anders!
So viel erstmal zum Gameplay. Ich denke, dass schon so viel bekannt sein dürfte, dass ich auf die Mechaniken des Spiels eigentlich kaum eingehen muss. Viel mehr möchte ich über das Remake sprechen. Schließlich ist ja ein Traum für mich in Erfüllung gegangen – aber konnten die Entwickler mich wirklich begeistern? Ist der Charme immer noch der gleiche? Wie ist die Umsetzung gelungen?

Absolute NoGos!

Bevor ich zu den positiven Punkten komme und auch darüber schreibe, was ich bei anderen Kritiken nicht nachvollziehen kann, erzähle ich mal was ich überhaupt nicht verstehen kann.
Für mich ist es schon fast peinlich für die Entwickler, dass Secret of Mana – ein Spiel das im Grunde auf dem Super Nintendo ziemlich gut lief – auf der PS4 extrem verbuggt ist. Es mag durchaus sein, dass die KI der CPU auf dem SNES schon nervig war und die Charaktere auch gerne mal hängengeblieben sind. Umso schlimmer ist es aber, dass auf der PS4 genau der gleiche Fehler wieder drinnen ist. Oft bleiben die Mitstreiter irgendwo hängen, verschwinden komplett und tauchen auch zum Teil nicht mehr auf.
Viel schlimmer allerdings finde ich sogar, dass Secret of Mana extrem oft einfach abstürzt. Da frage ich mich doch, ob die QA von Square Enix das Game überhaupt einmal durchgespielt hat. Wirklich jeder Spieler beschwert sich über die Abstürze. Umso erfreulicher ist dann aber, dass es wenigstens einen Autosave gibt, denn sonst müsste man immer beim letzten manuellen Speicherstand weitermachen. Hier muss sogar ich als Fan sagen, dass das wirklich extrem peinlich ist!
Secret of Mana wurde zudem extrem einfacher gemacht. Während man beispielsweise auf dem Super Nintendo von jedem Gegenstand nur vier Stück an der Anzahl haben durfte, kann man hier über die Optionen das mal locker auf zwölf stellen. Wem also mal die Magiepunkte ausgehen, der konsumiert einfach eine der Mananüsse! Ihr habt ja immer genügend! Damals musste man sich das auf längeren Wegen schon sehr gut einteilen!
Das Balancing des Spiels passt auch überhaupt nicht. Alle Bosse und Gegner sind wirklich lachhaft einfach. Aber wehe ihr kommt zu den Bogenratten oder anderen „Fernkämpfern“. Die feuern ihre Pfeile schneller ab als ein echtes MG und ihr habt unter Umständen hier einen sehr schnellen Tod. Das passt einfach hinten und vorne nicht!
Unverständlich ist auch, wenn man Rüstung kaufen möchte, dass man NICHT sehen kann um wie viel die Werte sich steigern. Das werdet ihr erst erfahren, wenn ihr das gute Stück kauft und anlegt. Auch hier frage ich mich, wo das Hirn geblieben ist? Es gibt noch ein paar mehr Designentscheidungen im Spiel, die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Hier haben sich die Entwickler aus meiner Sicht ganz einfach blamiert!
Mein absolutes NOGO an dieser Stelle ist aber die deutsche Übersetzung. Secret of Mana hatte in der Super Nintendo Version zum Teil einen sehr witzigen Text. Die Goblins wollten die „Lindenstraße“ nicht verpassen und die Namen der Charaktere und Monster waren sehr einprägend. Vor allem war der „Pogopuschel“ einfach Kult. Dieser heißt aber jetzt „Mümmler“. Namen mögen gerade für die neuen Spieler vielleicht egal sein, aber wer damit aufgewachsen ist und den Kult gelebt habt (und glaubt mir, da bin ich nicht der einzige), dem stört es einfach wahnsinnig. Sorry Square Enix, diese Punkte nehmen euch sehr viel von einer sehr guten Wertung!
Ach ja: Und vielen Dank auch, dass man NICHT Online mit seinen Freunden spielen kann. Das wäre im Jahr 2018 sicherlich für viele eine Freude gewesen. Meine bekannten wohnen eben leider nicht mehr um die Ecke sodass wir auf gute alte Zeiten koop machen können! Wirklich ärgerlich!

Secret of Mana – Dennoch konnte ich nicht aufhören

Viele haben sich über die Grafik beschwert – ja auch ich war am Anfang nicht sonderlich angetan darüber. Aber als ich mich daran gewöhnt habe, war das auch kein Problem mehr. Zwar sehen manche Monster wirklich extrem schlecht und minimalistisch aus, aber das tut mir in Sachen Spielspaß keinen Abbruch.
Als ich Secret of Mana eingelegt habe wurde es auch erst wieder weggelegt, als ich das Spiel durch hatte. Was heißt das also? – Ich hatte richtig viel Spaß damit! Gerade weil man (Gott sei Dank) den Soundtrack auf den originalen stellen konnte war für mich immer noch sehr viel Nostalgie enthalten! Die Waffen lassen sich super bedienen und das Gameplay ist extrem flott.
Warum sich Magazine wie 4Players darüber beschweren, dass man beispielsweise das Kampfsystem veraltet findet ist für mich nicht nachvollziehbar. Es ist Secret of Mana – wenn man etwas Grundlegendes ändern würde, dann wäre es ein anderes Spiel! Dafür hoffe ich kommen ja vielleicht mal neue Teile raus! Das Konzept gefällt mir nach wie vor noch sehr gut!
Man muss ganz klar sagen, dass Secret of Mana aber dennoch eher für die alten Hasen gedacht ist. Auch wenn die Änderungen offensichtlich neue Spieler ansprechen sollte werden wohl viele neue Spieler nicht so viel Freude damit haben werden wie ich oder andere aus der guten alten SNES Zeit. Das ist so und kann man eben nicht anders beschreiben! Der wunderbare Sound, die liebevollen Figuren mit ihrem Humor und die wahnsinnig tolle und stimmige Welt samt Monster ist und bleibt auch mit der PS4 Version in meinen Herzen.

Fazit

Würde ich behaupten, dass das Remake von Secret of Mana gelungen war? Trotz der vielen Kritikpunkte war ich unterm Strich sehr glücklich mit dem Game! Ich bin Square Enix wirklich sehr dankbar, dass dieses wunderbare Spiel nochmal in einem anderen Gewandt erschienen ist und ich meine Kindheit nochmal in der „moderne“ erleben durfte. Zwar kommt dieser Ableger bei weitem nicht an das Original ran, aber es hat einfach richtig viel Spaß gemacht. Wären die zahlreichen Bugs und schlechten Design Entscheidungen in Sachen Gameplay (siehe oben) nicht vorhanden, dann würde ich das Spiel bis zu einer 9 werten. Aber leider wurde Secret of Mana unfertig auf dem Markt gebracht. Es sind immer noch Fehler und nervige Probleme (!!!) wie auch schon beim Super Nintendo enthalten und man verzichtet hier komplett auf einem Online Modus? Die Lokalisierung ist ein Graus und hat viel Charme genommen, weshalb ich zu dieser Wertung kommen muss. Es tut mir zwar im Herzen weh, aber es geht nicht anders.
Fans und alte Hasen sollten es dennoch nicht verpassen, wenn sie auch die 40 Euro verkraften können. Wenn ich es nochmal durchspielen müsste, dann aber wieder auf dem SNES. Für so einen großen Titel hätte ich mir mehr Mühe seitens der Entwickler erwartet! Hoffentlich kommt der zweite Teil bzw. Secret of Evermore auch noch auf die PS4 – dann bitte aber ohne Abstürze und nervigen Bugs!

Zocken ist meine Leidenschaft. Besonders Games mit Atmosphäre, toller Story und einem wunderbaren Sound ziehen mich immer wieder in den Bann. Meine Lieblingsgenres sind: Rollenspiele, Shooter und Strategie und Action.

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