No Heroes Allowed! VR im Test

PS VR Reviews

Wie schon Dino Frontier seinerzeit im Test beweisen konnte, können auch Echtzeit-Strategie-Titel ganz wunderbar in der virtuellen Realität funktionieren. Dennoch ist die Anzahl der hierfür veröffentlichten Spiele bisher sehr überschaubar. Mit No Heroes Allowed! VR schafft es ein weiterer Genrevertreter in die PlayStation VR-Bibliothek., der mit schwarzem Humor und der Verwirklichung von Weltherrschaftsplänen punkten möchte. Ob sich der Ausflug lohnt, soll der folgende Test klären.

Vom Bösen…

Wie die Einleitung bereits angedeutet hat, schlüpft man in No Heroes Allowed! VR nicht in die Rolle des strahlenden Helden, sondern in die des Bösewichts, der gemeinsam mit seinen Handlangern Badman und Badmella nicht weniger erreichen  möchte, als die Weltherrschaft. Hierfür errichtet man in verschiedenen Leveln seinen dunklen Turm, von dem aus man schließlich Monster in die Welt entlässt, um den Guten in die Hintern zu treten.

Ähnlich wie im bereits erwähnten Dino Frontier erlebt man hier das Geschehen auch aus einer isometrischen Perspektive, das heißt man blick von oben auf die abgesteckten und überschaubaren Level und platziert seine Soldaten an dafür geeigneten Punkten. Doch im Gegensatz zu anderen Spielen dieser Art ist die Kamera hier unbeweglicher und etwas starrer, ein effektives “Eintauchen” wie im Strategie-Titel von Uber Entertainment ist hier leider nicht möglich.

Das ist aber auch nicht nötig, denn No Heroes Allowed! VR verfolgt ohnehin einen etwas anderen Ansatz. Bevor man diesen allerdings begreifen kann und sich innerhalb der Level austoben darf, bekommt man es erst einmal mit einem komplexen Tutorial zu tun. Da dieses etwas trocken – sprich in Form von Texttafeln – präsentiert wird, fand ich den Lernprozess eher miss- denn gelungen. Vieles erschloss sich mir in seiner Gänze ohnehin erst beim Spielen. Demnach hätte man diese Phase, diese erste halbe Stunde des Spiels, womöglich besser nutzen können.

… Das auszog die Weltherrschaft zu übernehmen

Doch hat man die Mechaniken erst einmal verstanden und verinnerhlicht, macht der Titel richtig viel Spaß. Fünfzehn vom Setting sehr unterschiedliche Level stehen zur Auswahl, die Abwechslung in die Kämpfe bringen. Denn hier agiert man wie in einem virtuellen Tabletop-Spiel. Man kann aus seinen insgesamt 16 verschiedenen Monster-Typen auswählen und dafür in bestimmten Regionen Brutstätten errichten, um das gewählte Monster zu züchten. Dadurch erhöht man gleichzeitig den eigenen Wirkungsbereich, in dem man wiederum neue Monster züchten kann. Und so weiter. Stück für Stück baut man sich so eine Armee auf, mit der man die Festungen und Gegner der KI angreifen kann.

Dabei muss man allerdings beachten, dass die eigenen Monster ebenfalls Bedürfnisse haben. Leiden sie an Hunger, werden sie erst schwächer, bis sie irgendwann einfach sterben. Um das zu verhindern, muss man ein eigenes Ökosystem aufbauen und aufrecht erhalten. Das klingt allerdings komplizierter als es ist. Unterm Strich bedeutet es nur, dass manche Monster schwächere als Futter ansehen. Um also die stärkeren am Leben zu erhalten, muss man auch genügend schwächere “auf Lager” haben, um diese verfüttern zu können. Ein fieses kleines System, das allerdings großen Spaß bringt und vorauschschauendes Spielen belohnt.

Allerdings muss man auch bei No Heroes Allowed! VR Abstriche machen. Nach fünf bis sechs Stunden hat man die Kampagne abgeschlossen. Wer jedes Level mit höchtem Rang abschließen möchte, kann natürlich noch mal ein paar Stunden drauf rechnen, aber viel mehr bietet der Titel leider nicht. Wäre der Preis niedriger angesetzt, wird würden die Spielzeit gar nicht erst erwähnen. Aber ob knapp 30 € für fünf Stunden angemessen sind oder nicht, muss ohnehin jeder selbst entscheiden. Wir hätten uns einfach mehr gewünscht.

Zu Sound & Technik

Das coole, an Animes erinnernde Artdesign sieht in der virtuellen Realität herausragend aus. Die kleinen Figuren und Monster wirken genau wie Level selbst sehr verspielt und im Design durchdacht. Die Kanten sind scharf, die Details jederzeit sichtbar und gerade die Handlanger bringen ihren eigenen bösartigen Charme ins Spiel – Optisch als auch inhaltlich. Denn nicht selten plaudern sie darauf los und lockern das Spielgeschehen auf. Leider gibt es nur eine englische Sprachausgabe. Wer dessen nicht mächtig ist, bleibt leider etwas außen vor. Denn auch Texte und Untertitel sind auf Englisch. Der Soundtrack gefällt ausnahmslos, spielt sich aber nie in den Vordergrund.

Fazit zu No Heroes Allowed! VR

No Heroes Allowed! VR ist kein allzu komplexer aber hervorragend funktionierender Echtzeitstrategie-Titel, der sich charmant präsentiert und mit dem ein oder anderen innovativen Feature zu begeistern weiß. Der Titel hätte eventuell einen größeren Umfang bieten können, aber das bleibt aktuell ohnehin ein allgemeingültiger Kritikunkt in Bezug auf die virtuelle Realität.

Nichtsdestotrotz macht er wahnsinnig viel Spaß und die Zeit vergeht im Nu, vorausgesetzt man hat das zähe Tutorial hinter sich gebracht. No Heroes Allowed! VR lässt sich im übrigen perfekt mit dem DualShock 4-Controller steuern, die Move-Peripherie wird nicht benötigt. Etwas, das wir gerade in diesem Genre sehr begrüßen.

Zocken ist meine Leidenschaft. Besonders Games mit Atmosphäre, toller Story und einem wunderbaren Sound ziehen mich immer wieder in den Bann. Meine Lieblingsgenres sind: Rollenspiele, Shooter und Strategie und Action.

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