Moss im Test

PS VR Reviews

Das von Polyarc Games entwickelte VR-Adventure Moss möchte ähnlich wie Theseus seinerzeit “traditionelles” Gameplay in die virtuelle Realität holen. Ob der Versuch von Rätseln gespickte Action-Adventure-Abschnitte, Kämpfe und Bilderbuch-artige Erzählung mittels PlayStation VR nochmals greifbarer zu machen, soll der folgende Test klären.

Eine Maus namens Quill…

Bei Moss handelt es sich in erster Linie um eine Art erlebbares Märchen, eine Erzählung, der wir als Spieler gleichzeitig beiwohnen und sie beeinflussen können. So starten wir auch VR-typisch aus der Ego-Perspektive auf ein Buch schauend ins Spiel. Mittels DualShock 4-Controller können wir den Folianten wie mit einer Handbwegung aufschlagen und die gezeichnet wirkenden Bilder anschauen, während uns die Geschichte von einer fabelhaften Vorleserin vorgetragen wird und wir… Moment!

Wir bis hierhin dachte, es handele sich bei Moss um eine jener Virtual Reality-Experiences, bei denen das Narrative zwar im Vordergrund steht, spielerisch sonst aber nicht viel geboten wird, wird mit dem letzten Umblättern einer Seite völlig überraschend ins Buch gesogen. Dort erblickt man, wie inmitten eines wunderschönen, dreidimensionalen Diaorama sitzend, die Heldin des Spiels, Quill und ihren Start ins Abenteuer. Dabei ist es als Leser unsere Aufgabe die niedliche Maus zu begleiten, ihr gleichzeitig unter die Arme zu greifen und sie zu steuern. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht.

Eine spielbare Lesereise

Zur Geschichte soll an dieser Stelle nicht viel verraten werden, das wäre auch gerade aufgrund der sehr kurzen Spielzeit nicht fair. Allerdings wird die Story toll von einer einzigen Synchronsprecherin getragen, die Zwischensequenzen und Buchpassagen wie in einem Hörbuch vorträgt. Zusätzlich wissen die liebevoll gestalteten Figuren natürlich zu gefallen und tragen ihren Teil zur märchenhaften, aber nicht allzu überraschenden Handlung bei.

Ansonsten steuert man als der sogenannte Leser Quill durch lineare Levelabschnitte, in denen sie springen, mit ihrem Schwert schlagen, ausweichen und klettern muss. Die Steuerung selbst ist dabei möglichst simpel gehalten, was gerade für Anfänger von Vorteil sein sollte, die wegen der aufgesetzten PlayStation VR-Brille schlecht die verschiedenen Tastenkombinationen nachschauen können. Stattdessen gibt es nur zwei Knöpfe zu beachten, während man mit Quill interagiert.

Gleichzeitig kann man als Leser aber ebenfalls mit den Spielumgebungen, die von einem kleinen Dorf, über Wälder, Wiesen, Höhlen und eine Burg reichen, interagieren. Bewegt man den DS4 in der Realität, werden diese Bewegungen im Spiel abgebildet. So steuert man eine blau leuchtende Kugel, mit der man Quills Lebensenergie durch Schütteln wieder auffüllen kann, oder aber Statuen, Zylinder, Türme aber auch Gegner ergreifen und bewegen kann. Das Tracking funktioniert hier erstaunlich gut und so sind auch die auf dem Papier komplex klingenden Interaktionsmöglichkeiten schön einfach umzusetzen.

Rätseln, Springen & Kämpfen

Die Herausforderungen, denen sich die Maus und somit auch der Spieler stellen muss, basieren dann meist auf leichteren Sprungpassagen, die mitunter etwas präziseres Timing erfordern, oder aber Umgebungs- beziehungsweise Schalterrätseln, in denen man aktiv die Umgebung verändern muss, um Quill das weiterkommen zu ermöglichen. Richtige Kopfnüsse sucht man zwar vergebens, aber dennoch ist es ein schönes Gefühl das Mysterium hinter mutmaßlich uralten Mechanismen zu lösen und dabei zu zusehen, wie sich eine Tür im Hintergrund öffnet.

Ab und an muss man auch gegen riesenhafte Käfer antreten, von denen es drei verschiedene Arten gibt, die allesamt eine andere Taktik erfordern. Allzu schwer sind auch diese Begegnungen aber nicht, denn dank der zwei nutzbaren Tasten – eine zum Schlagen, eine zum Ausweichen – bleiben die Kombos und Tastenkombinationen jederzeit überschaubar. Das ist zwar schade, da die Kämpfe so alle recht gleichförmig ablaufen, macht aber dennoch sehr viel Spaß.

Und hier muss man natürlich sagen: Klar, all das macht Moss nicht neu oder besonders innovativ, aber die verschiedenen Teile greifen gerade in der virtuellen Realität wunderbar ineinander und sorgen für einen abwechslungsreichen Spielspaß. Leider einer, der viel zu schnell vorbei ist: Nach drei Stunden läuft der Abspann über den Bildschirm.

Fazit zu Moss

Zwei Dinge, die hier noch erwähnt werden müssen: Erstens sieht Moss gerade auf der PlayStation 4 Pro absolut umwerfend aus, obwohl es nur etwas schärfer, beziehungsweise knackiger wirkt als auf der Standard-Version. Und zweitens hat Polyarc mit Quill eine der niedlichsten Hauptfiguren geschaffen, die wir in den letzten Jahren bewundern durften. Danke dafür!

Das Abenteuer rund um die süße Maus wird hervorragend vertont und wunderschön erzählt. Die Spielzeit ist zwar etwas kurz geraten, aber das auch nur, weil man noch so viel länger hätte in dieser phantastischen Spielwelt hätte verweilen können.

So bleibt nur zu hoffen, dass die Entwickler in nicht allzu ferner Zukunft das zweite Kapitel von Moss veröffentlichen, selbst wenn die Geschichte auch genau so enden könnte. Wir wollen mehr von Quill!

Moss bekommt ihr derzeit zum Preis von 29,99 € im PS Store.

Zocken ist meine Leidenschaft. Besonders Games mit Atmosphäre, toller Story und einem wunderbaren Sound ziehen mich immer wieder in den Bann. Meine Lieblingsgenres sind: Rollenspiele, Shooter und Strategie und Action.

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