Mario Tennis Aces im Test

Nintendo Switch Reviews

Tennisspiele erleben zur Zeit ja ein kleines Revival. Nachdem wir vor kurzem bereits das druchaus gelungene AO International Tennis im Test besprechen durften und Dominik bei Tennis World Tour beinahe die Tränen gekommen sind (Spoiler: Nicht aus Freude), kümmere ich mich diesmal um einen Titel, der sich nicht als Simulation versteht, sondern als Arcade-Spaß mit bunter Comicgrafik. Die Rede ist natürlich von Mario Tennis Aces. Und ob das gelungen ist, soll der folgende Test klären.

 

Der Abenteuer-Modus

Dass sich all jene, die sich nach einer ernsthaften Simulation sehnen, für einen anderen Titel entschieden sollten, hatten wir ja bereits eingangs erwähnt. Und wer darauf nicht hören wollte und den Titel startet, wird gleich zu Beginn davon überzeugt. Denn statt einer traditionellen Kampagne, startet der sogenannte Abenteuer-Modus, in dem wir in die Rolle von Mario schlüpfen, der die Welt retten muss. Wario und Waluigi haben sich nämlich einen verfluchten Tennisschläger geschnappt und dadurch einen Dämonen befreit, der sie nun kontrolliert und sie auf die Suche nach fünf verzauberten Artefakten schickt, mit denen er seine volle Macht entfalten kann. Als Spieler können wir das natürlich nicht zulassen und müssen verschiedene Schauplätze besuchen und Herausforderungen bestehen, um selbst an die Schätze zu gelangen.

Über Sinn und Unsinn der Handlung brauchen wir uns nicht unterhalten – dem einen wird es gefallen, dem anderen nicht. Aber wenn wir mal bedenken, dass die Geschichte in einem Universum spielt, in dem man mit Hilfe einer magischen Mütze die Hochzeit zwischen einem bösartigen Dino und einer Prinzessin verhindern soll, fügt sich das dort doch eigentlich ganz gut ein. Um den Aufstieg des Dämons Luzius zu verhindern, bereits man nun die Weltkarte und muss verschiedene Level schaffen. Von der Ruine, über Wüsten, Wälder und Spukhäuser ist dann auch so ziemlich alles dabei, was man aus dem Mario-Universum so kennt. Bis zu sechs Stunden kann man sich in diesem Modus austoben, verschiedene Aufgaben bewältigen und Gegner besiegen. Natürlich alles durch Einsatz eines Tennisschlägers.

Von Schlägern, Leveln und gefahrvollen Plätzen

Da man in diesem Modus von Mario Tennis Aces nur Mario spielt, kann man diesen auch aufleveln. Egal ob man ein Match gewinnt oder verliert, es gibt Erfahrungspunkte, die Marios Geschwindigkeit und Stärke verbessern. Durch dieses System entsteht kaum Grind, da man entweder ein anderers Level versuchen kann, oder sich am gleichen die Zähne ausbeißt. Aber so oder so, nach einigen Versuchen winkt das neue Level und es geht gestärkt in die nächste Runde.

Hier schaltet man nicht nur neue Schläger frei, die auch zerbrechen können, wenn man ankommende Spezialschläge zu oft nicht im richtigen Moment kontern kann, sondern auch neue Stages, die sich dann auch in anderen Spielmodi nutzen lassen können. Von ersteren gibt es einige in unterschiedlicher Qualität, wobei man beim Spielen immer darauf achten muss, wie man sie einsetzt. Zerbricht der Schläger nämlich, hat man das Spiel automatisch verloren.

Die Stages selbst sind abwechslungsreich gestaltet und mitunter liebevoll designt. Während einige Tennisplätze im traditionellen Sinne sind, wurden andere durch bestimmte Gefahrstellen ergänzt. Piranha-Pflanzen können da schon mal auf Netzhöhe stehen und ankommende Bälle verschlucken, um sie anschließend in eine beliebige Richtung zu spucken. Und auf dem Schiff kann der Mast Bälle in eine unerwartete Richtung abprallen lassen. Dadurch kommt zwar eine gewisse Zufälligkeit ins Spiel, aber eine, die ihren eigenen Reiz hat und für ständige Anspannung sorgt.

Wenn der Endboss zwei Mal siegt

Wer sich an den “normalen” und äußerst schnellen Spielen gegen KI-Gegner schnell satt gesehen hat, und wem die schweißtreibenden Herausforderungslevel nicht herausfordernd genug sind, der darf sich auf besondere Bosse freuen. Denn Mario Tennis Aces bietet auch Endgegner, die es zu besiegen gilt. Von Geisterschwärmen bis hin zum Piranha-König, ist thematisch alles dabei, was man sich wünschen kann. Diese Spiele laufen in mehreren Phasen ab, wobei bei jedem Boss eine eigene Taktik vonnöten ist. Da wird je nach Situation eine Spezialattacke entfessel, oder der Gegner eben mit Kombinationen aus Topspin, Lob, Stopball, Slice und festen Schlägen erst einmal geschwächt. Dabei lädt sich dann auch eine Energieanzeige auf, mit der man unter anderem die Zeit verlangsamen oder den Spezialschlag einleiten kann.

Das ist alles nicht realistisch und das möchte es auch nicht sein, macht aber höllisch viel Spaß und motiviert ungemein – auch wenn manche Level etwas fies sein können und frustrieren. Sie sind immer schaffbar.

Online oder doch auf der Couch?

Neben dem Abenteuer Modus warten noch drei weitere Spielmodi: Turnier-Modus, Mehrspieler-Modus und Real-Modus. In letzterem werden Erinnerungen an die Wii-Zeit wach. Hier kann man sich mit anderen Spielern messen und dabei die Joy Cons wie Schläger real bewegen. Die Steuerung ist leider etwas hakelig und man braucht viel platz. Aber gerade mit Freunden, die sich von ein wenig Chaos nicht stören lassen, macht das durchaus Spaß.

Im Turnier-Modus hat man, wie der Name schon sagt, die Möglichkeit, an verschiedenen Turnieren teilzunehmen – sowohl offline als auch online. Gegen die KI ist es meist ein leichtes zu gewinnen, während einen die menschlichen Gegnern aus allen Regionen dieser Welt schon zusetzen können. In Zukunft soll es übrigens noch spezielle Online-Turniere geben, in denen sich neue Charaktere und Kostüme freischalten lassen. Da kommt es dann zudem nicht nur auf das eigene Können, sondern auch ein wenig auf den gewählten Charakter an, die je nach Größe und Geschwindigkeit unterschiedliche Stärken und Schwächen haben. 16 verschiedene und bekannte Figuren haben es übrigens in Nintendos Mario Tennis Aces geschafft.

Im Mehrspieler-Modus treten dann ganz traditioniell verschiedene Freunde gegeneinander an. Hier können mehrere Spieler gleichzeitig miteinander spielen. Charaktere wählen, Spielfläche auswählen und los gehts! Das ist auch einer der spaßigsten Modi, bei denen man viel Zeit vertrödeln kann. Ganz ehrlich, am Wochenende vor diesem Test wurden einige sehr lustige Stunden in den Mehrspieler-Modus gesteckt. So muss das sein!

Grafik, Präsentation und Sound

Grafisch ist Mario Tennis Aces äußerst gelungen. Die Figuren sind gewohnt charmant modelliert und animiert. Es gibt eine vielfältige Auswahl verschieden designter Plätze und Spielfelder, die mitunter nur so vor Details strotzen. Klar, natürlich setzt Nintendo auch hier auf den typischen Cartoonstil, aber dennoch gefällt die grafische Kulisse ungemein. Ansonsten läuft der Titel sehr flüssig und lediglich ausgefranste Schatten und seltsam aussehende Gräser stören den sonst sehr runden technischen Gesamteindruck. Der Soundtrack ist erwartungsgemäß meist unaufdringlich aber leider manchmal auch etwas nervig. Das ständige Hintergrundgedudel stört irgendwann mehr als es unterhält.

Fazit zu Mario Tennis Aces

Ich hatte und habe sehr viel Spaß mit Nintendos Arcade-Tennisspiel. Die Figuren sind gewohnt sympathisch und die erzählte Geschichte skurril genug, um irgendwo dann trotzdem Sinn zu machen. Außerdem erfährt man hier einiges über die Grundtechniken des Spiels. Der Modus unterhält nicht nur sehr gut, sondern fungiert auch als Trainig für alle anderen Modi. Und die machen einfach nur richtig viel Spaß! Wer sich schon alleine gut unterhalten fühlt, der muss den Titel unbedingt mit anderen Spielern angehen. Hier entfaltet sich das komplette Partyfeeling, aus dem sich viele kurzweilige Stunden ergeben können. Mario Tennis Aces ist natürlich keine Simulation, aber ein Spiel, mit dem man eine richtig gute Zeit hat. Und was will man mehr?

Zocken ist meine Leidenschaft. Besonders Games mit Atmosphäre, toller Story und einem wunderbaren Sound ziehen mich immer wieder in den Bann. Meine Lieblingsgenres sind: Rollenspiele, Shooter und Strategie und Action.

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