Knack 2 im Test

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Knack 2 ist einer jener PlayStation 4-Exklusivtitel, bei denen man sich fragen muss, warum es diesen Nachfolger überhaupt gibt. Der erste Teil war einer der Launch-Titel der aktuellen Sony-Konsole und keineswegs so richtig schlecht. Aber auch nicht gut genug, um in Erinnerung zu bleiben. Umso verwunderlicher war es dann als Teil 2 angekündigt wurde. Noch seltsamer allerdings war, dass ich plötzlich Spaß hatte, wo ich vorher nur den Kopf schütteln konnte. Warum das so ist, versucht der folgende Test zu klären.

 

Aller Anfang ist schwer

Ich mache es an dieser Stelle kurz und greife direkt meinem Fazit vor, wenn ich sage, dass Knack 2 in fast allen Belangen besser ist, als der “okaye” erste Teil, der im November 2013 veröffentlicht wurde. Allerdings hat sich auch knapp vier Jahre später nichts daran geändert, dass das Artdesign irgendwie unympathisch wirkt und man auch spielerisch eher auf den Spuren eines frühen LEGO-Spiels wandelt. Aber dazu später mehr.

Ja, Knack 2 ist irgendwie ein Spiel der versauten Anfänge, eines das auf den Fundamenten eines mittelschweren Flops aufbauen muss. Man kann nur mutmaßen, aber das scheinen auch die Entwickler zu wissen. Anders kann man sich nicht erklären, dass zum Beispiel ein wenig am allgemeinen Design der Figuren gearbeitet wurde. Ändert nichts am grundlegenden Design, aber irgendwie wirken die Charaktere nun mehr nach sympathischem Animationsfilm, als nach einer billigen Kopie dessen.

Das klingt an dieser Stelle vielleicht allzu harsch, aber falls es da draußen jemanden gibt, der findet, dass Knack, also der Protagonist des Titels, auf irgendeine Art und Weise “cool” oder beindruckend aussieht, darf sich gerne in den Kommentaren zu Wort melden.

Abschreckendes Tutorial

Aber all das designtechnische Drumherum ist ja für das eigentliche Spiel uninteressant. Solange das Gameplay passt, kann man locker darüber hinwegsehen. Und ja, in seinem Grundprinzip ist Knack 2 hier ein durchaus gelungener Titel. Aber bevor wir da weiter ins Detail gehen, tut sich das Spiel zu Beginn wieder sehr schwer. Denn ganz ehrlich, das Tutorial-Level des Titels tut sich und den Spielern keinen Gefallen. Zwar wird man durchaus mit den spielerischen Kniffen und der Steuerung vertraut gemacht, aber dieses erste Spiellevel, ist dermaßen blöd – ich möchte fast schlecht sagen – designt, dass ich beinahe die Lust verloren habe.

Wem es ähnlich ergeht, der sollte sich aber in Geduld üben. Spätestens 15 Minuten später und somit im zweiten Kapitel von Knack 2 wird alles viel, viel besser.

Warum nicht gleich so?

Wenn das zweite Kapitel sich allerdings öffnet und als grafisch ansehnliche Dschungelwelt präsentiert, die Jump’n’Run-Elemtente mit zahlreichen Gegnerbegegnungen kombiniert, dann beginnt Knack 2 durchaus richtig Spaß zu machen.

Denn der aus vielen kleinen Teilen bestehende Held kann sich auf Knopfdruck größer und kleiner machen, was ein vielfältiges Missionsdesign ermöglicht. So schafft es der kleine Knack auch durch enge Passagen und kann über kleine Vorsprünge hüpfen, wo der große Knack nur hängen bleiben würde. Dafür hat dieser mehr Kraft und kann spezielle Schalter betätigen oder Objekte mit Leichtigkeit bewegen. Das sorgt genauso für Abwechslung wie die neuen Fähigkeiten, die man Stück für Stück freischalten kann, um den Gegnern noch effektiver in die Hintern zu treten.

In den durchaus ansehnlich präsentierten und komplett deutsch synchronisierten Zwischensequenzen kommt es dann noch ab und an zu Quick Time Events, während derer zum richtigen Zeitpunkt der eingeblendete Knopf gedrückt werden muss.

Zusätzlich verstecken sich in den weitläufigen, aber streng linearen Leveln noch allerlei Geheimgänge und Extras, die gefunden werden können. Wenn dann späterhin noch elemantare Attacken und Panzerungen ins Spiel kommen, dann kann man sich über eine mangelnde Abwechslung gewiss nicht beschweren. Das alles – auch in Kombination miteinander – ist natürlich kein Kandidat für den Innovationspreis, funktioniert aber hervorragend und macht durchaus Spaß. Zumal man auch bedenken sollte, dass die Zielgruppe von Knack 2 eins, zwei Generationen unter mir angesiedelt sein wird.

Und denen wird das durchschnittliche Design und die mangelnden Neuerungen noch weniger aufstoßen als mir, der findet, dass der zweite Teil einfach schon viel mehr Spaß macht als es Knack jemals konnte. Hier greifen die Spielmechaniken einfach viel besser ineinander.

Zusammen ist man weniger alleine

Vorallem gibt es in Knack 2 einen ganz hervorragend funktionierenden Koop-Modus. So lässt sich die komplette Kampagne auch zu zweit spielen. Das schöne hierbei ist, dass ein zweiter Spieler jederzeit aus- und einsteigen kann. Einfach den entsprechenden Knopf drücken oder sich via Pausebildschirm abmelden und weiter geht es für Solisten oder eben mit einem Partner.

Dadurch werden die Prügeleien zwar vereinfacht und auch die Sprünge muss nur einer bewältigen, aber gerade Umgebungsrätsel lassen sich so viel eleganter lösen. In Zeiten, in denen der Couch-Koop-Modus gefühlt nur noch in LEGO-Spielen zum Einsatz kommt, eine mehr als willkommene Ergänzung.

Technik, Sound und Steuerung

Grafisch und technisch ist Knack 2 im Vergleich zum Vorgänger auf jeden Fall das hübschere Spiel, aber bleibt gemessen an deren Titeln dennoch eher auf durchschnittlichem Niveau. Zwar wissen Animationen, Partikeleffekte und die Beleuchtung zu gefallen, aber gerade die Umgebungstexturen bleiben doch blass. Der Soundtrack bleibt unaufällig im Hintergrund, während die deutsche Synchro durchaus als sehr gut zu bezeichnen gilt. Hier gibt es nichts zu meckern.

Die Steuerung funktioniert hervorragend. Sprünge und Kämpfe gehen erstaunlich gut und intuitiv von der Hand. Man ist zu keinem Zeitpunkt überfordert, sondern kann das Spiel aus dieser Hinsicht beinahe blind spielen.

FAZIT zu Knack 2

Man sieht es natürlich auch an der Wertung, dass Knack 2 genauso wie der erste Teil nicht der große Wurf geworden ist. Aber es macht eigentlich fast alles besser, während es auf der Ebene des Charakterdesigns auf der Stelle tritt. Aber gut, das kann man auch unter Geschmackssache abhaken. Dem einen gefällts womöglich, mir gar nicht.

Dafür ist der Koop-Modus hervorragend gelungen. Zu zweit macht es genauso wie in den LEGO-Spielen viel mehr Spaß zu springen, zu erkunden und vorallem mehr oder weniger stupide zu prügeln. Wenn man jetzt auch die Preissmarke in Betracht zieht, mit der Sony den kurzweiligen aber wenig charmanten Plattformer ausgestattet hat, kann man durchaus eine Empfehlung aussprechen. Knapp 40 € ist kein zu hoher Preis für das gebotene Spiel. Aber leider auch kein Schnäppchen.

Zocken ist meine Leidenschaft. Besonders Games mit Atmosphäre, toller Story und einem wunderbaren Sound ziehen mich immer wieder in den Bann. Meine Lieblingsgenres sind: Rollenspiele, Shooter und Strategie und Action.

1 Comment

  1. Naja schade dass man wieder “nur” Couch Koop machen kann – ich habe kumpel die wohnen weit weg, hätten wir gerne Online miteinander gespielt

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