High Hell im Test

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Wenn wir selbsternannten “Konsolen-Gamer” schon mal einen PC-Titel testen, dann muss das einen guten Grund haben. Womöglich gefällt uns das außergewöhnliche Spielprinzip so sehr, oder die Story scheint auf innovativen Pfaden zu wandeln. Gründe hierfür gibt es einige, aber beim vorliegenden Shooter High Hell war es noch mal einfacher: Das Ding sieht einfach abgefahren aus. Ob der von Devolver Digital vertriebene Titel auch sonst überzeugen kann, soll der folgende Test klären.

Handlungsintensives Drama in 20 Leveln

Was natürlich direkt auffällt, wenn man sich Bilder – oder das oben eingebunde Video – ansieht, ist der eigenwillige, minimalistische Cel-Shading-Grafikstil, in dem High Hell präsentiert wird. Wem das nicht gefällt, der sollte womöglich über den Kauf anderer Titel nachdenken, könnte aber einen der coolsten Shooter der letzten Jahre verpassen. Aber der Reihe nach, denn eigentlich beginnen wir unsere Tests ja mit ein paar Worten zur Handlung. So auch hier:

In dem schnellen Shooter legt man sich mit einem Drogenkartell an, das vom Bösewicht Bo$$ angeführt wird.

Das war es auch schon. Mehr gibt es zur Handlung eigentlich nicht zu sagen. Durch insgesamt 20 Level und an vier Endbossen vorbei, müssen wir uns kämpfen, möchten wir der Organisation das Handwerk legen.

Lass uns doch darüber reden…

Um unser Ziel zu erreichen, machen wir Gebrauch von unserer treuen und durchschlagkräftigen Schrotflinte, die überraschend flink Schüsse im Raum verteilt und niemals nachgeladen werden muss. Das erweist sich als äußerst praktisch im Kampf und sorgt für die ein oder andere Adrenalinschwangere Szene, wenn man mal wieder über Dächer hetzt und auftauchende Gegner in sekundenschnelle, Peng peng, ins digitale Jenseits schickt.

Das fühlt sich der grafisch eher mauen Präsentation zum Trotz ziemlich cool an, funktioniert erstaunlich flüßig und intuitiv. Wer sich im schnellen TripleAAA-Shooter Doom wohlgefühlt hat, dem wird auch Devolver Digitals “80s-Trash-und-Kokain”-Version eines Shooters gefallen. Die einzelnen Elemente greifen wunderbar ineinander und werden in Form sehr kurzer Level aneinander gereiht. Das erinnert irgendwo sogar an Superhot, was ebenfalls nie ein schlechtes Zeichen sein kann. So erhält man zu Beginn eines Levels immer ein Primär- und manchmal auch ein Sekundärziel, die es zu erfüllen gilt.

Da sich High Hell nun wirklich nicht allzu ernst nimmt, schwanken die Aufgaben auch und so kann es zum Beispiel vorkommen, dass man Affen retten muss, die von einem Bösewicht als Versuchstiere benutzt werden. Und auch Ziegen werden im Laufe des Spiels eine Rolle spielen. So oder so: Der Titel ist durchgeknallt und schwarzhumorig von Anfang bis zum Ende.

Gewalt ist keine Lösung

Da stört es auch weniger, dass es innerhalb der kurzen Levelabschnitte immer wieder zu Trial & Error-Passagen kommt, da man relativ schnell das Zeitliche segnet. Ein paar Treffer reichen, um den Game Over-Bildschirm zu zeigen. Besiegt man allerdings Gegner, kann man die eigene Energie auch wieder befüllen. Ein Schelm, wer da erneut an Doom denkt. Da es zusätzlich keine Checkpoints gibt und Schnellspeichern ebenfalls nicht funktioniert, kann man auch mal mehrere Anläufe brauchen, ehe man das ein oder andere Level letztzlich abschließen kann.

Bis dahin ist es aber ohnehin kein allzu weiter Weg. Wie erwähnt bietet High Hell gerade mal 20 unterschiedliche, aber eben auch sehr kurze Level.  Und so ist man nach spätestens zwei Spielstunden auch am Ende angelangt. Was okay wäre – gerade für den Preis von 9,99 € – wenn der Titel unterdurchschnittlich wäre, hinterlässt hier einen faden Beigeschmack. Denn unterm Strich möchte man mehr: Mehr Türen eintreten, mehr Gegner über den Haufen schießen, mehr Drogenpäckchen vernichten, mehr haarsträubende Sprünge in Räume hinein und mehr Bosskämpfe.

Denn auch hiervon gibt es fünf Stück, die man nur dann besiegen kann, wenn man die richtige Taktik herausfindet. Allzu schwierig ist auch das nicht, lockert aber das Spielgeschehen auf. Alles richtig gemacht!

Fazit zu High Hell

High Hell ist ein unerwartet cooler und abgefahrener Action-Trip, bei dem ich eigentlich nur die kurze Spielzeit als Kritik anzuführen hab. Die Grafik ist zweckmäßig, aber stilsicher sowie technisch stabil und die verschiedenen Level und deren Design sind erstklassig. Die Bosse sind genauso fordernd wie der knackige, aber nie unfaire Schwierigkeitsgrad und der Humor kommt auch nicht zu kurz. Wer nun, wie ich, denkt, dass sich das richtig gut anhört, denkt richtig und sollte die knapp zehn Euro in die Hand nehmen. Es lohnt sich!

Zocken ist meine Leidenschaft. Besonders Games mit Atmosphäre, toller Story und einem wunderbaren Sound ziehen mich immer wieder in den Bann. Meine Lieblingsgenres sind: Rollenspiele, Shooter und Strategie und Action.

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