Dishonored Der Tod des Outsiders im Test

PS4 Reviews Xbox One
Dishonored: Der Tod des Outsiders – ein Schritt nach vorne…

…und zwei zurück? Ein Sprichwort dass leider zu oft zutrifft, insbesondere in Sachen DLC. Unnötig, Geldmacherei, zu wenig Inhalt, nur Basisinhalt welchen man dem Spieler als Zusatz nochmal verkauft – das alles sind Stimmen aus der Gaming-Szene, die DLCs oft extrem kritisch sieht. Eine Weiterentwicklung der DLCs sind jetzt die sogenannten Standalone-DLCs die auch gespielt werden können ohne das Hauptspiel, in diesem Fall Dishonored 2, zu besitzen.

Doch was erwartet uns in „Tod des Outsiders“? Braucht Dishonored 2 überhaupt nochmal einen Standalone? Kann man dem Spieler weiterhin den Spaß, die Freude und den Tiefgang vermitteln, den man in zwei Teilen vermitteln konnte? Oder geht der „Tod des Outsiders“ in eine andere Richtung?

Willkommen zurück

Wir dürfen nochmal zurück in die malerisch schöne Hafenstadt Karnaca – welches wir schon aus Dishonored 2 kennen und lieben. In unseren Schleichzügen durch die Stadt fällt einem die Detailverliebtheit und Liebe der Entwickler regelrecht entgegen und man schwingt sich gerne durch die Gassen und Höfe – schade finde ich persönlich hier, dass ich auch nochmal gerne einen kurzen Abstecher nach Dunwall gemacht hätte, der mir leider verwehrt bleibt.

Diesmal dürfen wir, anders als in Dishonored 2 (damals erneut Corvo und Emily), in die Haut von Billie schlüpfen, die wir aus bereits aus „The Knife of Dunwal“ und aus Dishonored 2 mit dem Namen Meagan Foster kennen, schlüpfen. An unserer Seite der Attentäter Daud – auch ihn kennen wir seit unserem ersten Besuch in Dunwall. Unser Auftrag? Ganz einfach wie der Name schon sagt: Wir sollen den Outsider töten.

Bitte was? Den Outsider? Der für das ganze Universum verantwortlich ist? Der uns all unsere Kräfte verleiht? Genau die Gottheit, weswegen wir überhaupt im Universum „Dishonored“ gelandet sind? Genau das ist unsere Mission.

Eine Geschichte in fünf Akten

Die Story fällt sehr geradlinig aus – auch weil wir diesmal nur Billie spielen dürfen. Daud ist als Auftraggeber öfter eingebunden, spielt aber nie eine größere Rolle. Geradlinig aber auch, weil wir nicht mehr darauf achten müssen welches Chaoslevel wir verursachen, da dieses in „Tod des Outsiders“ nicht mehr geführt wird. Für Neueinsteiger macht es das umso einfacher, schließlich muss man nicht mehr permanent darauf achten nicht entdeckt zu werden oder niemanden zu töten. Aus brenzligen Situationen kann man sich jetzt problemlos mit einem Kampf befreien.

Wer sich allerdings gerne durch die Kapitel schleicht hat natürlich wieder dafür vorgesehene besondere Assassinen-Kräfte – wenn auch nicht mehr die gleichen aus Dishonored 2, was Billie authentischer macht. Diesmal dürfen wir Weitsicht, Platztausch und Trugbild einsetzen. Mit Weitsicht können wir uns Körperlos bewegen und kommen, sollten wir Weitsicht mit Platztausch kombinieren, auch durch Schlitze und Spalten, die wir vielleicht mit einem normalen Teleport nicht erreichen können. Mit Trugbild können wir wieder die Identität eines Gegners annehmen, allerdings diesmal weitaus länger und besser als noch im ersten Teil der Dishonored Reihe.

Aber…wollen wir das überhaupt? Ich für meinen Teil habe es geliebt die Dinge unerkannt zu meistern, mir Wege zu suchen um unentdeckt zu bleiben und mich im Schatten zu bewegen. Natürlich steht mir dieser Weg frei, aber ich werde dann auch gerne mit dem „Ghost“ belohnt, was jetzt nicht mehr der Fall ist.

Die fünf Akte, in die das Spiel (bei einer Spielzeit von 8-9 Stunden) unterteilt ist, bieten allerdings durchaus Abwechslung bei den Aufträgen – und es stehen uns ebenso mehrere Möglichkeiten zur Verfügung unser Ziel zu erreichen.

Natürlich ist der Ausgang der Geschichte wieder frei bestimmbar – in welche Richtung sich das ganze Entwickelt und ob wir dem Outsider tatsächlich gefährlich werden können wollen wir allerdings nicht verraten.

Ebenso stehen uns kleine Aufträge neben der Hauptstory zur Verfügung, die gab es auch schon früher – und hatten eigentlich immer einen tieferen Sinn und man hat sein Ergebnis irgendwo im Spiel wieder gefunden oder hat davon profitiert. Diesmal können wir uns damit lediglich ein bisschen Kleingeld dazu verdienen um Ausrüstung und Knochenartefakte zu kaufen.

Stagnation bedeutet Rückschritt

In Sachen Technik hat sich, auf der Playstation 4, nichts verbessert – allerdings auch nicht verschlechtert. Dishonored hat nach wie vor seinen eigenen Charme und weiß damit Fans durchaus zu begeistern. Für den neutralen Spieler hat sich seit dem ersten Teil in Sachen Grafiken nicht viel getan – und man kann den Charme durchaus den Stempel „Altbacken“ verleihen.

Das Entwicklerstudio um Arkane hat sich aber durchaus Mühe gegeben um kleine Details die im zweiten Teil durchaus negativ aufgefallen sind auszubessern und das Spielerlebnis runder zu gestalten.

Sollte es einen dritten Teil geben wird vielleicht irgendwann der besondere Charakter, den Dishonored uns vermittelt, nicht mehr ausreichen um die Spieler zu begeistern und neue Fans dazu zu gewinnen.

Unser Fazit

Kurz und knapp könnte man sagen: Solide. Viele kleine Dinge wurden verbessert – bestimme Elemente wie der Ghost wurden rausgenommen. Für 9 Stunden Spielzeit im Dishonored-Universum ist der Preis derzeit mit 30,00 angemessen. Ein neues spielbarer Charakter, neue Kräfte und eine Aufgabe die es in sich hat und den Spieler fordert. Ebenso dürfen wir nochmals nach Karnaca – eine Reise die sich lohnt. Das Spiel bietet verschiedene Enden – was natürlich den Wiederspielwert erhöht.

Etwas altbacken kommt das Art-Designe um die Ecke – wir hoffen nicht dass „Der Tod des Outsiders“ die Geschichte im Dishonored-Universum abschließt, allerdings dürfen sich die Entwickler um Arkane für einen dritten Teil etwas einfallen lassen in Sachen Technik. Für Neueinsteiger eignet sich dieses Standalone allerdings gut – es bedarf keine Vorkenntnisse in Sachen Story oder Charaktere. Wer klein anfangen will und sich erst überzeugen will ist hier an der richtigen Adresse. Auch für Trophäen-Jäger ein durchaus lohnendes Projekt: „Der Tod des Outsiders“ beinhaltet auch eine Platin-Trophäe.

Copyright: Christian “Feldu” Feldmeier (Autor)

Zocken ist meine Leidenschaft. Besonders Games mit Atmosphäre, toller Story und einem wunderbaren Sound ziehen mich immer wieder in den Bann. Meine Lieblingsgenres sind: Rollenspiele, Shooter und Strategie und Action.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*