Danganronpa V3: Killing Harmony im Test

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Ich großer Fan der Vorgänger Danganronpa: Trigger Happy Havoc und vor allem Danganronpa 2: Goodbye Despair habe ich mich wahnsinnig auf den neuesten Ableger der Reihe gefreut, der nun mit Danganronpa V3: Killing Harmony endlich erschienen ist. Obwohl auch der dritte Ableger für die PlayStation 4 veröffentlicht wurde, wurde für diesen Test die PS Vita entstaubt und die Rückkehr des verrückten Bären Monokumas zelebriert. Aber hat sich der Ausflug überhaupt gelohnt? Das soll der folgende Test klären.

Killing Games – Tödliche Spiele

Die Grundprämisse der Reihe bleibt natürlich auch in Danganronpa V3: Killing Harmony vorhanden. Man übernimmt man die Kontrolle über einen Schüler, der an einem fremden Ort und ohne allzu exakt Erinnerungen daran, wie er dort hingekommen ist, erwacht. Doch man ist niemals alleine, sondern gemeinsam mit anderen Schülern – insgesamt 16 an der Zahl – in Gefangenschaft. Jeder dieser Schüler verfügt dabei über eine andere, besondere Begabung. So finden sich unter den Leidensgenossen beispielsweise der ultimative Pianist oder der ultimative Detektiv. Aber auch sehr skurrile Charaktere wie das ultimative Dienstmädchen oder gar der ultimative Roboter bereichern den vielfältigen Cast.

Wie in den Vorgängern halten sich der sehr eigenwillige Humor und die durchaus bedrohlichen Elemente sehr gut die Waage. So mögen die Fähigkeiten der Charaktere durchaus albern klingen und die Voraussetzung, dass man von einem mysteriösen und mörderischen Bären namens Monokuma entführt wurde, lediglich für Augenrollen sorgen, aber die Handlung hat es dennoch in sich. So werden die Entführten nämlich dazu gezwungen an den Killing Games teilzunehmen:

Nur wer einen Mord begeht und damit durchkommt, wird das Gefängnis (eine alte Schule in diesem Fall) verlassen dürfen. Alle anderen bleiben für immer eingesperrt.

Die Versuchung ist also groß, zumal man die Charaktere allesamt nicht kennt, sondern ihre Geschichten und Persönlichkeiten sich erst mit der Zeit offenbaren. Wer das Zeug zum Mörder hat und wer nicht, bleibt durchgängig spannend.

Zumal Monokuma diesmal nicht alleine ist, sondern ebenfalls Unterstützung mitgebracht hat. Die sogenannten Monokubs, Monokumas Sprößlinge, sorgen für Chaos und repräsentieren wiederum verschiedene Persönlichkeiten, oder eher Charakterschwächen. Sie überraschen den Spieler zu den ungünstigsten Zeiten und sind ein eher schlechter Einfluss.

Visual Novel

Natürlich kommt es, wie es kommen muss und irgendwann wird einer der Charaktere ermordert. Danganronpa V3 bietet zahlreiche dieser Mordfälle, wobei diese qualitativ nicht unterschiedlicher ausfallen könnten. Während einige Fälle zu dem besten gehören, was die Serie jemals zu bieten hatte, zählen manche zum schlechtesten. Hier sind beide Extreme vertreten. Schade eigentlich, denn die grundlegenden Spielmechaniken funktionieren genauso hervorragend wie eh und je.

Da es sich bei dem Titel um eine Visual Novel handelt, ist man grundsätzlich damit beschäftigt die zahlreichen Texttafeln zu lesen. Man liest und liest und liest für lange Zeit, ehe man aktiv werden kann. Da der generelle Spielumfang noch mal größer ist als in den Vorgängern, muss man sich auf müde Augen einstellen. Zudem sollte man des Englischen mächtig sein, denn deutsche Texte oder Untertitel sucht man vergebens.

Der Prozess

Aber zurück zu den Mordszenarien: Wurde ein Leichnam gefunden teilt sich das Spielgeschehen in zwei Phasen. So ist man im ersten Teil damit beschäftigt potentielle Zeugen und Verdächtige zu befragen und in der Umgebung noch Hinweisen zu suchen. Diese und die Aussagen werden dann – bei entsprechender Relevanz – abgespeichert und können während der zweiten Phase genutzt werden.

Dabei handelt es sich um die sogenannten Class Trials, also dem eigentlichen Prozess, im Laufe dessen der Täter überführt werden soll. Hier sammelt man im Gespräch weitere Hinweise und versucht gemeinsam mit den anderen auf die Lösung zu kommen. Wie in den Vorgängern macht man dabei Gebrauch von den sogenannten Truth Bullets (Wahrheitskugeln). Diese bestehen aus den im Vorfeld gesammelten Hinweisen und kommen zum Einsatz, wenn man eines der Gegenüber beispielsweise etwas sagt, das keinen Sinn ergibt. Dann feuert man per Knopfdruck die entsprechende “Kugel” ab und kontert damit die Aussage des anderen. Das klingt komplizierter als es ist und macht richtig viel Spaß, da es die Textpassagen durchaus auflockert.

Aber auch sonst gilt es Hinweisen nachzugehen und neue Erkenntnise einordnen zu können. Hier kommen einige interessante und kurzweilige Mini-Games ins Spiel, in denen man beispielsweise Taxi fahren muss, um auf eine richtige Schlussfolgerung zu kommen. Zudem dürfen sich Fans ältere Titel auch über eine Neuerung freuen, welche die Spielmechaniken erweitert. Ab Danganronpa V3 ist es Pflicht während der Verhandlungen auch mal zu lügen. Damit kann man nicht nur fälschlich verdächtigten Charakteren ein Alibi verschaffen, sondern dem tatsächlichen Übeltäter auch eine Falschaussage entlocken und ihn so weiter einkreisen.

Am Ende eines Prozesses gilt es nur noch den Tahergang in Form eines Bilderrätsels richtig nachzustellen und dabei zuzusehen, wie sich die Dinge entwickeln. Die Class Trials sind immer sehr spannend und das spielerische Highlight des Titels.

Grafik & Sound

Optisch macht Danganronpa V3 einiges her. Zumindest dann, wenn man auf den abgedrehten Animestil steht. Die Spielumgebungen sind detailliert und farbenfroh dargestellt. Und die als zweidimensionale Figuren dargestellten Charaktere, die vor den dreidimensionalen Umgebungen aufploppen, sorgen für einen unverwechelbaren Style. Musikalisch gibt es ebenfalls nciht zu meckern. Zahlreiche Melodien erfreuen das Gehör, wobei nicht alle beeindrucken können, beziehungsweise ein Großteil schnell wieder vergessen ist.

Fazit zu Danganronpa V3

Für mich ist Danganronpa V3: Killing Harmony wahrscheinlich der beste Teil der Reihe. Die bekannten Spielmechaniken wurden verfeinert, beziehungsweise ergänzt und funktionieren daher besser denn je. Zwar sind die Einzelfälle von schwankender Qualität, dafür überzeugt die Geschichte auf ganzer Linie. Wer die Figuren kennenlernt und bis zum Ende am Ball bleibt, erlebt auf jeden Fall ein grandioses Finale, das jede investierte Spielminute wert ist.

Und machen wir uns nicht vor: Monokuma ist ohnehin kultig und einfach nur großartig. Daran ändern auch seine Sprößlinge nichts, die einem einfach wunderbar auf die Nerven gehen. Selten waren virtuelle Gerichtsverhandlungen so cool und spannend.

Wer sich für den Titel interessiert, kann sich übrigens auch eine kostenlose Demo aus dem PlayStation Store herunterladen, sowohl für PS4 als auch PS Vita.

Zocken ist meine Leidenschaft. Besonders Games mit Atmosphäre, toller Story und einem wunderbaren Sound ziehen mich immer wieder in den Bann. Meine Lieblingsgenres sind: Rollenspiele, Shooter und Strategie und Action.

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