Crash Bandicoot N.Sane Trilogie im Test

PS4 Reviews

Aktuell stehen die Remaster-Versionen so hoch im Kurs wie schon lange nicht mehr. Alleine in den letzten Wochen durften sich die Spieler beispielsweise aussuchen, ob sie erneut in die Welt von Ivalice und somit in das Final Fantasy XII-Remaster mit dem Zusatz The Zodiac Age eintauchen oder sich in WipEout unwahrscheinlich schnelle Rennen liefern wollen. Und dann war da noch dieser Beuteldachs namens Crash Bandicoot, den ich seit meiner Kindheit kenne und in dessen N.Sane Trilogie ich mich nicht nur für diesen Test sehr gerne gestürzt habe.

Eine kurze Exkursion in die Vergangenheit

Damals – und das darf man hier gerne mal so ausdrücken, immerhin liegt es mehr als zwanzig Jahre zurück – während der Zeit der ersten PlayStation, gab es ein inoffizielles Maskottchen für Sonys Konsole. Sein Name lautet Crash Bandicoot und er tobte in gleich drei Abenteuern über die Bildschirme von Millionen von Spielern. Da hätten wir einmal Crash Bandicoot, dann Crash Bandicoot 2: Cortex Strikes Back und Crash Bandicoot 3: Warped, die von 1996 bis 1998 veröffentlicht wurden.

Entwickelt wurden die Spiele von einem der heute bekanntesten Entwicklerstudios der Welt, nämlich Naughty Dog, die sich nach den drei erwähnten Teilen und einem Kart Racing-Spin-Off der Welt von Jak & Daxter widmeten und nun mit The Last of Us und der Uncharted-Reihe von sich Reden machen.

Heute, im Jahr 2017, liegen die Rechte der Serie bei Activision und das hauseigene Entwicklerteam von Vicarious Visions wurde damit beauftragt ein Remaster der ersten drei Teile anzufertigen. Das bedeutet, dass in der jetzt erschienenen Crash Bandicoot N.Sane Trilogie gleich drei komplette und grafisch überarbeitete Spiele enthalten sind.

Herrlich bunter Riesenumfang

Und Vicarious Visions haben hier einen herausragenden Job geleistet. Ganz ehrlich und bei aller gebotenen Objektivität: So sah Crash Bandicoot in meiner Erinnerung immer aus, so schön bunt und detailliert und herrlich! Da auch der Soundtrack komplett neu aufgenommen wurde, wirken die Musikstück alle homogen und fügen sich toll in die grafisch überarbeiteten Umgebung ein. Wenn man bedenkt wie viel Arbeit die Entwickler in das Remaster stecken mussten, könnte man das Ergebnis eigentlich auch schon als Remake bezeichnen.

Drei komplette Abenteuer verstecken sich hinter dem Namen N.Sane Trilogie nun, die Trophy-Huntern wird es gefallen, über jeweils eigene Platin-Trophäen verfügen. Dazu bietet jeder der drei Ableger zig Level, Endbosse und Herausforderungsmissionen. Alle in einem Level versteckte Kisten in einem Rutsch zu zerstören, ist da im Vergleich zum Zeitrennen noch die einfachere Aufgabe. Und dann müssen noch Geheimlevel und Kristalle gefunden werden.

Kurzum: Dafür, dass die Crash Bandicoot N.Sane Trilogie noch günstiger verkauft wird, als ein Vollpreistitel, macht man da schon alleine vom Umfang nichts falsch. Und dann wäre da noch das Gameplay.

Von Stärken und Schwächen

Leider gestaltet sich das Gameplay generell etwas zwiegespalten. In seinem Kern ist und bleibt Crash Bandicoot natürlich erst einmal Jump’n’Run, wenngleich eines, das man eher selten aus der 2D-Ansicht erblickt, sondern mit einer hinter dem Charakter positionierten Kamera. Man läuft also nicht von links nach rechts, sondern von hinten nach vorne, also in den Bildschirm hinein. Sonst bleiben alle Elemente eines klassichen Plattformers erhalten: Gegner, denen man auf den Kopf springen, Kisten, die man zerstören und Extra-Leben, die man einsammeln muss. Dann gibt es ähnlich wie bei Nintendos Klempner noch eine Art Schutzschild, das Crash unverwundbar macht und die Gegner direkt bezwingt, wenn man in sie hineinläuft. Das nennt sich hier zwar Aku Aku statt Stern, aber kennt man auch.

Crash Bandicoot war damals schon keine spielerische Offenbarung und ist es heute auch nicht. Es ist mehr ein grundsolides Gameplay, das sich damals auf einer beeindruckenden technischen Kulisse ausgeruht hat und heute auf den Schultern abgefahrenen Leveldesigns – hier können sich dank der Perspektive die Wege auch mal gabeln – und des Protagonisten ruht.

Auch merkt man, dass der Zahn der Zeit an den Titeln genagt hat. So richtig schnell waren sie auch damals nicht, aber heute – also in Zeiten, in denen wir Geschwindigkeit und Steuerung eines Rayman Legends oder selbst Yooka-Laylee gewohnt sind – wirkt das alles beinahe antik.

Der Schwierigkeitsgrad

Auch ist der Schwierigkeitsgrad der Spiele verhältnismäßig hoch. Mehr noch als andere Jump’n’Runs dieser Tage, setzte die Crash Bandicoot genaues Timing und den Willen der Spieler voraus, die Level auch auswendig zu lernen. Viele Sprünge sind demnach besonders knapp und haarig. Manche Passagen wirken im Eifer des Gefechts schier unmöglich. Natürlich deutet auch das nur auf die Brillanz hin, die man den Entwicklern heute nur allzu gerne zuschreibt, aber dennoch gilt: Die Crash Bandicoot N.Sane Trilogie ist keine einfache Spielesammlung. An vielen Levels wird man sich die Zähne ausbeißen.

FAZIT – Crash Bandicoot N.Sane Trilogie

Nachdem Schreiben des Tests, spukten folgende zwei Optionen in meinem Kopf herum:

a) Es ist sehr einfach die Trilogie zu empfehlen. Erstens sehen die Spiele dank Remaster-Mühen von Vicarious Visions toll und zeitgemäß aus und zweitens sind Sound und Umfang einfach unglaublich gut. Da kann man nichts falsch machen.

b) Es ist sehr schwer die Trilogie zu empfehlen. Der Schwierigkeitsgrad ist hoch und ganz ehrlich, so richtig zeitgemäß sind Kameraperspektive und die Steuerung dann doch nicht. Jeder, der schnell gefrustet ist, sollte die Hände davon lassen.

Moment? Wie bringe ich diese beiden Aussagen denn jetzt unter einen Hut?

Die Crash Bandicoot N.Sane Trilogie ist in erster Linie ein Spiel für Nostalgiker. Wer Crash Bandicoot aus seiner Kindheit kennt und es geliebt hat, wer eventuell sogar noch das ein oder andere Passwort kennt, der sollte ohne einen weiteren Buchstaben zu lesen, direkt losziehen und sich die Sammlung kaufen. Ehrlich. Das ist nostalgische Aufklärung at its best. Das perfekte Beispiel um seinem blöden Gehirn, das alle Klassiker in der Erinnerung besser aussehen lässt, als sie es tun, zu zeigen, dass es auch anders geht. Und außerdem, hey, es ist Crash Bandicoot.

Wer allerdings noch nie mit dem frechen Beuteldachs in Berührung gekommen ist, sollte es sich überlegen. Denn heutzutage ist der Titel rein spielerisch schon lange überholt und nicht mehr zeitgemäß. Die ein oder andere nervige Stelle wird zudem dafür sorgen, dass die Haare Jahre früher ergrauen. Aber das ist eben Fluch und Segen eines 1:1-Remaster, das ohne große Änderungen auskommt.

Zocken ist meine Leidenschaft. Besonders Games mit Atmosphäre, toller Story und einem wunderbaren Sound ziehen mich immer wieder in den Bann. Meine Lieblingsgenres sind: Rollenspiele, Shooter und Strategie und Action.

1 Comment

  1. Sehr toller Test! Da bekommt man doch direkt wieder Lust. Ich stimme den Teil mit der Steuerung auch absolut zu, vor allem beim ersten Teil..

    Reply

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*