Assassin’s Creed Rogue: Remastered im Test

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Selbst langjährige Fans der Assassin’s Creed-Reihe geraten oftmals ins Schwanken, wenn man sie auf den Rogue genannten Ableger anspricht, der zeitnah zu Unity in den Handel kam. Der Hintergrund dessen ist, dass die zwei Spiele auf unterschiedlichen Plattformen veröffentlicht wurden. Assassin’s Creed Rogue erschien nur für PlayStation 3 und Xbox 360, während Unity lediglich für die damaligen Next Gen-Konsolen veröffentlicht wurde. Über drei Jahre später schickt Ubisoft den Protagonisten Shay Cormac in überarbeiteter Fassung zurück ins Rennen. Ob Assassin’s Creed Rogue: Remastered heute noch überzeugen kann, soll der folgende Test klären.

Vom Assassinen zum Templer

Wer sich den oberhalb dieser Zeilen eingebundenen Trailer angesehen hat, wird wissen, dass der größte Clou von Assassin’s Creed Rogue darin liegt, dass man mit Shay Cormac zwar wieder in die Robe eines Mitglieds der Bruderschaft schlüpft, was allerdings nicht von allzu langer Dauer ist. Augrund erster, komplett spielbarer Ereignisse, beginnt man nämlich die Motivation der Assassinen zu hinterfragen und sich schließlich sogar gegen sie zu stellen. Daran hat sich natürlich auch nichts in der Remastered-Fassung geändert, weswegen auch hier der größte Unterschied zu anderen Ablegern der Reihe der ist, dass man einen Templer spielt.

Wer sich nun allerdings inhaltliche Einblicke in die Organisation der Templer erhofft, oder aber glaubt, dass sich durch diesen durchaus interessanten Storykniff etwas ändert, wird womöglich enttäuscht sein. Denn gefühlt bleibt alles beim Alten, nur dass man statt Templer plötzlich Jagd auf Assassine macht. Da hätte man mehr rausholen können – und müssen! Dennoch erlebt man innerhalb der zwölfstündigen Spielzeit eine durchaus interessante Geschichte, die serientypisch toll inszeniert wurde. Wie immer gilt dabei natürlich, dass die Spieldauer auch verdoppelt werden kann, möchte man wirklich alles einsammeln und erledigen, was einem Assassin’s Creed Rogue: Remastered entgegenwirft.

Es gibt viel zu tun

Und das ist einiges: Wie schon in Assassin’s Creed: Black Flag müssen Inseln erforscht, Schätze gehoben, die Mannschaftsstärke des eigenen Schiffes erhöht, die Morrigan (so der Name des Schiffes) aufgerüstet und feindliche Festungen eingenommen werden. Zusätzlich warten zahlreiche Sammelgegenstände darauf in der Umgebung entdeckt zu werden. Kennt man alles aus Black Flag, ist aber auch nicht tragisch, galt der Ableger doch lange Zeit als einer der besten der gesamten Reihe. Und so überzeugen dann auch in Rogue die monumentalen Seeschlachten, abwechslungsreich gestaltete Gebiete und toll designte Schleicheinlagen.

Rogue ist so etwas wie der gut gelungene, aber nicht so bekannte kleine Bruder der Assassin’s Creed-Teile Black Flag und jenem mit der Nummer 3. Spielerisch erinnert die ganze Chose mehr an den karibischen Ableger, während das Setting sich beinahe ausschließlich auf Nordamerika beschränkt. Auch hier treiben wir uns Alberny, New York oder Sleepy Hollow herum. Fans der Reihe freuen sich zudem auf ein Wiedersehen mit bekannten Charakteren und natürlich den obligatorischen berühmten Persönlichkeiten jener Epoche, wie Benjamin Franklich oder George Washington.

Assassin’s Creed 1.0

Bei Rogue handelt es sich um einen klassischen Assassin’s Creed-Teil. Das ist in erster Linie erst einmal weder positiv noch negativ gemeint. Aber es stellt sich einem als Spieler natürlich die Frage, warum Ubisoft das Remaster erst veröffentlicht, nachdem man mit Assassin’s Creed: Origins ein spielerisch neues Zeitalter angebrochen hat. Wer den aktuellsten Ableger bereits spielen konnte, wird sich also erst einmal umgewöhnen müssen.

Die Steuerung ist beispielsweise komplett anders und so muss man in Rogue wieder mit ständig gehaltener R2-Taste laufen, möchte man Gebäude, Bäume oder sonstiges erklimmen. Da erinnert man sich leider auch allzu schnell wieder daran, dass man früher nicht überall hochklettern konnte, man im Wasser oftmals aufgeschmissen war und man alle fünf bis sechs Versuche irgendwo hängen geblieben oder falsch geklettert, bzw. abgesprungen ist. Tatsächlich waren das die kleinen Krankheiten, mit denen die Reihe lange Zeit zu kämpfen hatte, an die man sich aber auch schnell wieder gewöhnt.

Und apropos Kämpfe: Diese laufen weniger taktisch ab, dafür aber wieder in Form jener QTE-artigen Komboketten, die man auch aus der Arkham-Reihe oder den Mittelerde-Titeln kennt. Angriffe lassen sich schön verbinden, während man ab und an aufgefordert wird einen Knopf im rechten Augenblick zu drücken, um den Angriff eines Gegners kontern zu können. Dass das alles auch heute noch sehr viel Spaß macht, allerdings selbst in einem Gefecht gegen fünf Feinde gleichzeitig keine Herausforderung ist, spricht eigentlich für die Qualität des Systems. So sind die Kämpfe nämlich eben nicht der Mittelpunkt des Spiels, auch wenn sie unterhaltsam integriert wurden.

Assassin’s Creed Rogue: Remastered

Technisch ist der Titel in einem zeitgemäßen Zustand ausgeliefert worden. Die Remaster-Variante vereint schärfere Texturen, stabile 30fps, eine größere Weitsicht, 4K-Auflösung auf den richtigen Geräten, lebendigere Farben und weniger Kantenflimmern. Dennoch merkt man dem Spiel natürlich sein Alter an. Gerade gemessen am aktuellsten Ableger, also Origins, muss man bei Assassin’s Creed Rogue: Remastered natürlich Abstriche machen. Dennoch läuft der Titel rund, sieht gut aus (in etwa auf einem Niveau mit Black Flag) und kann auch sonst überzeugen. Leider hat man die Chance verpasst, die Tonspuren anzupassen – Lippensynchronizität sucht man bei der deutschen Sprachausgabe meist vergeblich.

FAZIT

Die Remastered-Version des unbekannten kleinen Bruders der Assassin’s Creed-Reihe, ist wie eine kleine Zeitreise. Denn gerade spielerisch merkt man sehr schnell wie vieles AC Origins besser gemacht hat. Dennoch bietet Rogue einige sehr unterhaltsame Stunden Spielzeit, wobei der Gesamtumfang für die Kampagne mit 12 bis 15 Stunden vergleichsweise gering ausfällt. Dafür kann die Story rund um den Wechsel vom Assassinen zum Templer trotz einiger verpasster Chancen durchaus überzeugen und reiht sich wunderbar in die bisherige Geschichte ein.

Fans der Reihe schlagen ohnehin zu, alle anderen sollten sich den Titel gerade aufgrund des geringen Preise von derzeit 29,99 € im PlayStation Store zumindest mal ansehen. Denn selten war eine Zeitreise so befriedigend wie die von Seemannsliedern begleitete Fahrt auf der Morrigan es ist.

Zocken ist meine Leidenschaft. Besonders Games mit Atmosphäre, toller Story und einem wunderbaren Sound ziehen mich immer wieder in den Bann. Meine Lieblingsgenres sind: Rollenspiele, Shooter und Strategie und Action.

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