Assassins Creed Origins im Test

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Assassins Creed Origins ist endlich verfügbar! Nach meinem Bericht über AC Origins während der Gamescom war ich mir sicher, dass dieser Ableger endlich wieder so richtig fetzt! Jetzt knapp zwei Wochen und nach beendeter Story und zahlreichen Nebenquests konnte ich mir endlich eine finale Meinung bilden. Es ist mir nämlich überhaupt nicht leichtgefallen, denn ich war tatsächlich in den ersten Stunden etwas schockiert und gelangweilt! Warum aber Assassins Creed Origins letzten Endes dann doch etwas Feines geworden ist, lest ihr in meinem Bericht.

Die Wurzel der Assassinen

Letztes Jahr hat Ubisoft eine Pause gemacht und keinen Ableger der Assassins Creed Reihe veröffentlicht. Das französische Entwicklerhaus hat sich nämlich ein Jahr Pause gegönnt und hatte wohl zuletzt selbst gemerkt, dass die Serie ausgelutscht ist und dringend neue Ideen braucht.
Als dann dieses Jahr mit Origins endlich ein neuer Teil bestätigt wurde, war nicht nur die Spannung recht groß, sondern auch die Erwartungshaltung. Genau diese macht jetzt nämlich zum Teil dem neuen Ableger einen großen Strich durch die Rechnung. Doch fangen wir mal von vorne an:

Ihr Spielt den Medjai Bayek und seid eine Art Eliteeinheit, die für Recht und Ordnung im ägyptischen Zeitalter sorgt. Dabei besucht ihr das Zeitalter der Pharaonen – genauer gesagt das von Cleopatra. Zunächst werdet ihr Zeuge eines Schicksalsschlages und müsst miterleben, wie abtrünnige Priester euren Sohn ermorden. Bayek macht sich dann auf die Reise und begibt sich auf einen Rachefeldzug. Gemeinsam mit seiner Frau Aya werdet ihr dann nach und nach die Kontaktmänner bezwingen und dürft in klassischer Assassins Creed Manier sämtliche Drahtzieher töten.
Das Besondere an diesem Assassins Creed Teil ist allerdings, dass die Erzählung euch wirklich an die Wurzel aller Assassinen bringt. Ihr werdet Zeuge, wie die Gemeinschaft entsteht! Natürlich erlebt ihr ebenfalls, wie die Templer entstanden sind.
Die Erzählweise ist Serientypisch sehr stark geworden und hat auch mich in einer gewissen Art und Weise in den Bann gezogen. Die Entwickler haben nämlich mit Ägypten ein wunderbares Setting geschaffen, um viele interessante kleine Dialoge liefern zu können. Mit Hilfe der Pyramiden und den damaligen Mythen werdet auch ihr sicherlich überrascht werden!

Jetzt kommt das ABER

Während mich Assassins Creed Origins bis zum Tod des Sohnes und kurz danach noch sehr begeistert hatte, ging aus meiner Sicht die Story relativ schnell unter. Die reinen Story Missionen sind aus meiner Sicht sehr kurz geraten, aber dennoch spektakulär. Aber es störte und schockierte mich unheimlich stark, dass ich nach ca 15 Stunden immer das gleiche machen musste: Gehe zu Punkt X, befreie den Herren oder die Dame und eskortiere bzw. trage die Person zurück zum Ziel. Das Ganze macht man eigentlich ausschließlich bei jeder Nebenquest!
Auch jetzt, wo ich schon das meiste durchgespielt habe sitzt diese Enttäuschung noch sehr groß! Die Nebenquests wiederholen sich nicht nur ständig, sondern IMMER. Das ist wirklich sehr schade, denn die Spielwelt ist so dermaßen imposant und spektakulär in Szene gestellt und bietet wirklich viel mehr Raum für kreative Ideen. Das ärgert mich einfach so, weil sonst alles andere wirklich gelungen ist.
Aber es nützt uns nichts, wenn wir das größte Ägypten und die schönsten Gegenden auf dem Teller serviert bekommen, wenn es halt nach Stunden und Tagen immer nach demselben Gericht schmeckt? Schade Ubisoft, da habt ihr wirklich was verpasst!

Das hat die Pause aber gebracht

Sieht man einmal von dem Misere weg, gibt es über Assassins Creed aber auch sehr viel Positives zu berichten! Die wohl auffälligste Neuerung ist das neue Kampfsystem. Dieses kann man im Grunde mit dem von The Witcher oder gar Dark Souls vergleichen. Im Vergleich zu damals habt ihr nämlich nun eine direkte Kontrolle über euren Helden. Mit Hilfe der rechten Schultertasten führt ihr entweder einen leichten oder starken Angriff durch und mit der linken Hälfte benutzt ihr euer Schuld. Mit Viereck könnt ihr dann ausweichen.
Endlich also kann man wirklich Kämpfen! Damals war das ja Kindergarten und man konnte beinahe schon Blind die Duelle gegen die Templer gewinnen. Selbst auf dem einfachen Schwierigkeitsgrad müsst ihr wirklich ab und an gut ausweichen und zielgerecht zuschlagen, um Erfolgreich zu sein. Ein tolles Kampfsystem!

Assassins Creed Origins bedient sich zudem sehr stark an vielen Rollenspielelementen. Durch das erledigen von Quests, entdecken neuer Gebiete und das plündern von bestimmten Gebieten bekommt ihr Erfahrungspunkte. Steigt ihr einen Level auf, könnt ihr entsprechend neue Fähigkeiten lernen.
Zudem gibt es ein minimales Ausrüstungsmenü und enorm viele Waffen zum Anlegen. Neben zahlreich verschiedene Schwerter oder Stäbe, gibt es auch verschiedene Schilde und Bögen, die ihr ausrüsten könnt. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Werte. Es macht schon sehr viel aus, ob ihr eine gute oder schlechte Rüstung trägt. Auch hier wurde sehr gute Arbeit seitens Ubisoft geleistet. Andere Dinge wie die Armschiene oder die Stärke der Pfeile könnt ihr durch verschiedene Materialien verbessern. Dabei ist es ähnlich wie in den Far Cry Teilen wichtig, dass ihr jagen geht. Im Grunde bedient sich AC generell sehr viel an bekannte Elemente aus dem Hause Ubisoft. Alleine euer Freund der Adler verhält sich ähnlich wie die Eule in Far Cry Primals: Per Knopfdruck könnt ihr diesen rufen und das Gebiet von der Luft aus erkunden und Gegner markieren oder gar angreifen. Aber auch für die Suche der Missionsziele ist der Vogel ziemlich praktisch!

Viel zu entdecken!

Die Welt in Assassins Creed Origins ist unglaublich stark in Szene gesetzt. Besonders mit der PlayStation 4 Pro und HDR sieht das ganze wirklich exzellent aus. Es gibt oft Momente wo ich einfach nur auf einen Fleck stehen bleibe und die Aussicht genieße. Die Wüsten, die Oasen mit Wasser und Palmen und natürlich die Pyramiden sind unglaublich! Geht man in eine Stadt wirkt alles so, als hätte jeder Bürger ein eigenes Leben. Die einen musizieren am Rand, während viele Arbeiter mit ihren Pferden irgendwelche Gewürze rumkutschieren. Ja, selbst ein Hund der auf der Straße sein Geschäft verrichtete gab mir ein Gefühl von guter Atmosphäre!
Eine große Welt heißt natürlich auch, dass man viel erkunden kann. Zwar sind wie oben kritisiert die Nebenmission immer gleich, dennoch gibt es viele Gräber und Höhlen und natürlich andere Geheimnisse zu entdecken. In verschiedenen Steinkreise müsst ihr Sternenbilder erkennen und lösen können, aber auch die Pyramiden sollten und müssen sogar erkundet werden. Wer ansonsten mal zwischendurch Lust verspürt andere Soldaten zu verkloppen, der sollte eine Arena aufsuchen. Hier könnt ihr euer Können unter Beweis stellen!

Warum fällt die Wertung nicht höher aus?

Ich habe ja wirklich sehr lange überlegt wie ich Assassins Creed Origins werten soll! Schließlich habe ich es immer noch in meiner PlayStation drinnen, obwohl ich das meiste schon gesehen habe. Und genau das sollte ja eigentlich ein Spiel bringen! Genau deshalb wird AC Origins auch mit einer Acht bewertet. ABER:
Da wäre sicherlich eine neun etwas mehr drinnen gewesen! Denn rein von den Neuerungen und der Welt her, hat Ubisoft alles richtig gemacht! Selbst nervige Bugs bei so einer großen Spielwelt konnte man kaum verspüren.
Aber noch einmal: Ich verstehe nicht wie man so eine grandiose, lebhafte und vor allem mystische Welt entwickeln kann und dabei immer die gleichen Missionen vorsetzt. Aus meiner Sicht waren damals die Missionen abwechslungsreicher! Klar kann man jagen gehen, die Welt erkunden. Aber wenn man hunderte Nebenquests anbietet dann könnte man mehr liefern als ein Gehe zu X, befreie ihn und eskortiere ihn. Es gab sogar Kollegen in meinem Umfeld, die das Spiel schon nach wenigen Stunden komplett liegen gelassen haben, weil die Missionen einfach langweilig wurden.
Ich habe dem Spiel Zeig gegeben, bereue keine Sekunde, bin aber selbst noch ein bisschen traurig über das Missionsdesgin.

So, nun aber genug geweint. Am Ende zählt das Ergebnis und ich bin auf der anderen Seite froh, dass endlich Ägypten als Setting gewählt wurde. Das positive überwiegt dennoch, denn die Abwechslung kommt spätestens dann auf euch zu, wenn ihr abseits der Missionen selbst erkunden geht! Hier und da hätte ich mir mehr Rätsel und mehr Spannung gewünscht, aber dafür stimmt der Rest!

Fazit

Assassins Creed Origins ist endlich ein würdiger Nachfolger der verstaubten Serie geworden. Zwar bin ich sehr enttäuscht darüber, dass sich die Nebenmissionen ständig wiederholen, aber dafür stimmt der Rest bis ins jede Detail. Ägypten ist unglaublich groß und an jeder Ecke gibt es etwas zu staunen. Es macht sehr viel Spaß die Pyramiden zu erkunden und mit dem Kamel über die Wüste zu reiten. Viel wichtiger allerdings sind die gelungen Neuerungen: Das Kampfsystem war längst überfällig und ist hervorragend geworden! Auch die Rollenspielelemente konnten sehr überzeugen!

 

Zocken ist meine Leidenschaft. Besonders Games mit Atmosphäre, toller Story und einem wunderbaren Sound ziehen mich immer wieder in den Bann. Meine Lieblingsgenres sind: Rollenspiele, Shooter und Strategie und Action.

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