Apex Construct im Test

PS VR Reviews

Das von Fast Travel Games entwickelte VR-Action-Adventure Apex Construct wirft den Spieler in eine düstere Zukunftsvision und konfrontiert ihn mit dem Kampf ums Überleben. Ob die Mischung aus Kämpfen, Erkundung und Puzzles Spaß macht oder doch enttäuscht, soll unser Test klären.

Dystopische Zukunft in VR

Es ist eine jener Situationen, die man aus Ego-Shootern jeden Kalibers zu Genüge kennt: Das Spiel beginnt und man startet als namenloser Protagonist ohne Erinnerungen in ein Abenteuer, bei dem man sich zahlreicher Gefahren erwehren muss. So auch in Apex Construct, dem Erstlingswerk des schwedischen Entwicklerstudios Fast Travel Games, das aus zahlreichen ehemaligen DICE-Mitarbeitern (Battlefield, Mirror’s Edge) besteht. Auch hier wird man direkt zu Beginn von einer unbekannten Stimme geweckt, die einem KI-Wesen namens Fathr zu gehören scheint.

Die wenig beruhigenden Worte: Während des sogenannten Wechsels hat man seine Hand und Erinnerung verloren. Erstere wurde von der KI freundlicherweise durch ein mechanisches Konstrukt ersetzt, letztere bleibt allerdings verschollen. Bereits kurz darauf wird man in die wunderschöne, im Comiclook gehaltene Spielwelt geworfen, die zerstört wurde und nun von den Roboterschergen einer anderen KI, Mothr genannt, bevölkert wird.

Erkundung, Rätsel und Computerarbeit

Der Sog der Spielwelt ist enorm, nicht nur deshalb weil die Entwickler hier nicht etwa auf eine VR-Experience setzen, in der man wie auf Schienen bestimmte Punkte erlebt, sondern ein waschechtes Action-Adventure innerhalb der virtuellen Realität. Man kann die Umgebung der einzelnen Level frei begehen, muss Rätsel lösen, Türen öffnen und Computer bedienen, um Voranzukommen. Gleichzeitig ist der Aufbau am Genre des Metroidvania angelehnt. Auch hier gibt es Türen und Wege, die sich erst im späteren Spielverlauf – wobei wir hier von soliden 8 Stunden Spielzeit reden – öffnen lassen und so Zutritt zu neuen Bereichen gewähren.

Viele der Rätsel sind Schalterrätsel, sprich, setze das richtige Objekt in die Halterung und betätige einen Hebel, die meisten erfordern allerdings, dass man Befehle in Computerterminals eingibt. Das fängt mit einfachen Befehlen wie “<dir>” an, nur um dann weitere Optionen zu bieten. In den Dateien und Notes sind meist, neben Hintergrundinformationen zur Spielwelt, Passwörter, Passcodes oder Hinweise zum Vorankommen versteckt. Man sollte also genau aufpassen, was man da gerade liest. Blöd ist hier allerdings die Sprachbarriere: Audio und Texte liegen lediglich im Englischen vor: Für viele wahrscheinlich ein KO-Kriterium. Da man den Titel zudem lediglich via Move-Controller spielen kann, gestaltet sich die Eingabe über die virtuelle Tastatur via Ein-Finger-Technik etwas langwierig, dennoch erhöht es die Immersion ungemein.

Und Action!

Gleiches gilt für die zahlreichen Kämpfe gegen die Robotergegner, die einem ans sprichwörtliche Leder wollen. Dafür stehen einem Pfeil und Bogen zu Verfügung, die man bequem mittels Move-Controllern bedienen kann. Mit der linken (oder rechten – kann man praktischerweise einstellen) hält man den Bogen, während man mit der rechten virtuell den Pfeil “einspannt”. Das funktioniert hervorragend und spielt sich besonders immersiv. Tatsächlich kann man mit dem Bogen perfekt zielen und die Pfeile auf die Gegner regnen lassen. Munition hat man übrigens unendlich zur Verfügung, mal abgesehen von speziellen Pfeilarten, die man später im Spiel finden kann. Zusätzlich kann man mit der “Bogenhand” ein Schutzschild erschaffen und sich so zeitweise vor gegnerischen Angriffen schützen.

Aber natürlich lassen sich Heiltränke und ähnliches im toll gestalteten Inventar verstauen und RP genannte Punkte sammeln, mit denen man sich Upgrades und Items an bestimmten Automaten kaufen kann. Das kann man vorzugweise vor einem Level erledigen, das man immer von der Basis aus startet, in der man auf einer großen Übersichtskarte sein Ziel auswählt. Natürlich lassen sich so auch bereits besuchte Level wieder aufsuchen.

Zur Steuerung

Obwohl es nur möglich ist Apex Construct via Move Controller zu spielen, funktioniert das grandios. So gut, dass man den klassischen DualShock4 nach einer kurzen EIngewöhnungszeit kaum vermissen wird. Einmal kann man die Spielfigur mittels Teleportation fortbewegen, was bedeutet, dass man den Ort anvisiert, an dem man landen möchte, und dann den entsprechenden Knopf loslässt. Das ist besonders geeignet, um Vorsprünge oder größere Distanzen schnell zu überwinden. Gleichzeitig kann man aber durch Gedrückhalten eines anderen Knopfes automatisch in Laufrichtung marschieren.

Das ist langsamer, erhöht den immersiven Effekt aber nochmals enorm. Gegenstände lassen sich komfortabel aufheben und einsetzen, während man Türen mitunter mit angehaltenem Atem öffnen wird. Dank zahlreicher Komforteinstellungen, kann man die Steuerungsoptionen nach eigenen Wünschen anpassen. Nur manches Mal scheint die Kollisionsabfrage nicht ganz zu passen. Läuft man beispielsweise in einen Türrahmen oder gegen eine Tischkante, kann es passieren, dass der Bildschirm kurz schwarz wird und man sich kurz darauf an einer anderen Stelle wieder findet. Das passiert zwar selten, stört aber extrem.

Fazit zu Apex Construct

Apex Construct ist ein tolles VR-Action-Adventure geworden, dessen Steuerung nach kurzer Eingewöhnungszeit beinahe perfekt funktioniert. Die Story ist sehr interessant und das Gegnerdesign, sowie Aufbau der Spielwelt gelungen. Ich hatte sehr viel Spaß mit dem Titel und werde versuchen auch das letzte Geheimnis hinter dieser Zukunftsvision zu lüften. Denn auch die Rätsel sind gelungen und die zahlreichen Notizen stecken voller interessanter Details. Ein absoluter und völlig verdienter Überraschungshit für PlayStation VR. Zuschlagen!

Zocken ist meine Leidenschaft. Besonders Games mit Atmosphäre, toller Story und einem wunderbaren Sound ziehen mich immer wieder in den Bann. Meine Lieblingsgenres sind: Rollenspiele, Shooter und Strategie und Action.

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